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Leopard
von Jo Nesbø (Übersetzer: Günther Frauenlob)

Art: Gebundene Ausgabe

Verlag: Ullstein Buchverlage

ISBN-10: 3550087748
ISBN-13: 9783550087745

Termin: Februar 2010

Bewertung: [ Anzeigen ]
17 Buchbesitzer:
 
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1

Donnerstag, 14. Januar 2010, 16:11

Jo Nesbø - Leopard

Originaltitel: Panserhjerte
8. Band der Reihe um Harry Hole
aus dem Norwegischen übersetzt von Günther Frauenlob und Maike Dörries
95 Kapitel auf 699 Seiten

Zum Autor: Jo Nesbø wurde 1960 in Oslo geboren. Er war zunächst als Finanzanalytiker und Ökonom für die norwegische Handelshochschule in Bergen tätig, arbeitete aber nebenberuflich als Journalist, bevor er sich als Schriftsteller selbstständig machte. Schon für seinen ersten Kriminalroman – Flaggermusmannen (dt. Der Fledermausmann) bekam Nesbø 1997 den Preis für den besten Krimi des Jahres. Ebenfalls subtil, aber trotzdem volkstümlich ist die Pop-Band »Di Derre«. Frontmann, Vokalist und Komponist Jo Nesbø ist auch ein anerkannter Musiker, der nach Auskunft der Kritik gute Texte mit schwungvollen Popmelodien auf besondere Art verbindet. (bei Krimi-Couch kopiert)

Klappentext (von Amazon kopiert):
Hongkong: Im Dunst der Garküchen und Drogenhöhlen dämmert einsam ein Mann vor sich hin. Kommissar Harry Hole ist am Ende, er hat alle Brücken hinter sich abgebrochen, die chinesische Mafia ist ihm auf den Fersen. Gleichzeitig erschüttert Oslo eine Serie grotesk-grausamer Morde. Die junge Kommissarin Kaja schafft es schließlich, Harry zurückzuholen. Schon bald wird er immer tiefer in den Fall hineingezogen. Der Täter erweist sich als äußerst unberechenbar und intelligent. Er arbeitet mit einem perfiden Mordwerkzeug, das lautlos und quälend langsam tötet. Die Spuren führen Harry von einer einsamen Hütte im norwegischen Hochgebirge bis nach Ruanda. Als er dem Killer gegenübersteht, muss er eine übermenschliche Entscheidung treffen.

In der Riege der melancholischen, grüblerischen und vereinsamten Ermittler ist Harry Hole der ungekrönte König: noch depressiver als Kurt Wallander, noch mehr mit seinem Alkoholismus ringend als John Rebus, noch verzweifelter in eine alte Liebesbeziehung verstrickt als Jean-Baptiste Adamsberg. Und als würden die beiden Kriegsschauplätze, an denen er kämpft, seine eigenen Schwächen und der Mörder, nicht reichen, hat er noch an zwei weiteren zu bestehen: Sein Vater liegt im Sterben, und der Chef des neu aufgebauten Kriminalamtes, Mikael Bellman, ist sein erklärter Gegner.

Weil die Tötungsmethode variiert, wird die Diagnose "Serienmörder" nur durch Harrys Intuition gestellt. Erst die Antwort auf die Frage, was die Opfer verbindet, gibt ihm recht. Aber noch sind nicht alle potentiellen Opfer bekannt, und der Mörder vertuscht seine Spuren geschickt, bzw. lenkt die Ermittler in eine falsche Richtung. Man arbeitet auf Hochtouren, zweigleisig konkurrierend: Harrys alter und neuer Chef Gunnar Hagen von der Mordermittlung und Mikael Bellman, der Amtsleiter des Kriminalamtes, das vom Justizministerium neu erschaffen wurde. Eine Art BKA, das die Fälle an sich zieht, von den Lorbeeren der anderen profitiert und politisch-strategisch die besseren Karten hat. Harry operiert unter Hagens Schutz im geheimen, doch bevor seine Behörde eingreifen kann, ist Bellman schon an Ort und Stelle: Irgendwo muss ein Maulwurf am Werk sein.

Ob ein Krimi fesseln und die Spannung über hunderte von Seiten halten kann, zeigt sich in den Passagen, in denen "nichts" passiert außer dem alltäglichen Kleinkram wie Konferenzen, Spurenanalyse, Theorienauswertung, usw. Das heißt: Sind die Personen und die Nebenhandlungen so tragfähig, dass sie das Interesse des Lesers auf dem gleichen Niveau halten wie der Kriminalfall?
Ein eindeutiges Ja. In keiner Phase bricht die Spannung ab. Man liest ebenso gebannt von Harrys Besuchen bei seinem Vater wie von seinen Streitigkeiten mit Bellman, bei denen er anscheinend den kürzeren zieht.
Nachdem der Mörder gefasst scheint, beginnt ein neues Verwirrspiel. Dennoch bricht auch hier der Spannungsbogen nicht ab.
Bis auf Bellman, Harrys karrierebesessenen, unkollegialen und stets auf seinen Vorteil bedachten Kontrahenten, sind die Personen individuell und mit wenig Klischee gezeichnet; einen Teil kennt man schon durch die Vorgängerbände.

Der Täter aus Band 7, der Schneemann, spielt auch diesmal eine Rolle. Man kann sich zwar in groben Zügen die Geschichtes dieses Buches zusammenreimen, dennoch würde es helfen, "Schneemann" vor "Leopard" gelesen zu haben. Vor allem, um zu wissen, welche Rolle Harrys große Liebe Rakel in diesem Zusammenhang spielte.
Hlfreich wären auch an manchen Stellen Fußnoten gewesen; in Deutschland ist man z.B. über Sendungen des norwegischen Fernsehens im allgemeinen nicht gut informiert.

Katzen sagt man nach, sieben Leben zu haben. Wenn das stimmt, hat Harry sieben mal sieben Leben. Und zwar pro Band. Zu oft gerät er in Lebensgefahr, in aussichtslose Situationen, in Todes Nähe und braucht Supermans Hirn und Kräfte, um zu entkommen. Hier hat der Autor es meiner Meinung nach übertrieben, vor allem hätte er es nicht nötig, mit ständigen Harry-in-Todesnot-Szenen die Spannung hochzutreiben.

Fazit: Ein rasend schneller, unglaublich spannender Krimi, aber von allem ein bißchen zu viel, zu dick, zu oft.

Marie
ich lese gerade

Wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich (Nietzsche)
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2

Donnerstag, 14. Januar 2010, 17:52

Du bist schon fertig? :shock: Ich fange heute Abend erst damit an.
Der Täter aus Band 7, der Schneemann, spielt auch diesmal eine Rolle. Man kann sich zwar in groben Zügen die Geschichtes dieses Buches zusammenreimen, dennoch würde es helfen, "Schneemann" vor "Leopard" gelesen zu haben. Vor allem, um zu wissen, welche Rolle Harrys große Liebe Rakel in diesem Zusammenhang spielte.
Ich habe "Schneemann" gelesen, aber das ist schon eine Weile her und ich hatte das Buch auch nur aus der Bücherei. An alle Einzelheiten kann ich mich nicht mehr erinnern. Von den Vorgängerbänden fehlen mir sogar die meisten. Hoffentlich kann ich der Handlung folgen... 8-[
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(Francis Bacon)
:study:
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Donnerstag, 14. Januar 2010, 20:45

@ €nigma,
ich habe es ja schon am Samstagmorgen bekommen und sofort angefangen, weil ich mit dem letzten Buch gerade fertig war.

Es ist kein Problem, der Handlung zu folgen, wenn man "Schneemann" nicht gelesen hat. Aber für einige Passagen oder den ganzen Themenkomplex um Rakel wäre es ganz nützlich gewesen. Ich denke, bruchstückhafte Erinnerungen reichen aus.
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4

Freitag, 15. Januar 2010, 08:20

Schöne Rezension, Marie! :)
Ich habe "Der Schneemann" noch gar nicht gelesen - aber ich hoffe/denke, es geht auch so. Ich kann es ja auch nicht mehr ändern, aber ich werde es nachholen und mir den Schneemann aus der Stadtbücherei ausleihen.

:winken:
Jeder trägt die Vergangenheit in sich eingeschlossen wie die Seiten eines Buches, das er auswendig kennt und von dem seine Freunde nur den Titel lesen können. (Virginia Woolf)

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5

Freitag, 15. Januar 2010, 18:30

Ich kann es ja auch nicht mehr ändern, aber ich werde es nachholen und mir den Schneemann aus der Stadtbücherei ausleihen.

Das wollte ich auch, aber in meiner Bücherei gibts nur "Der Erlöser", und das habe ich vor einigen Monaten schon gelesen. Aber immerhin kannte ich dadurch Harry und ein paar andere Personen, so dass ich am Anfang nicht erst die Figuren sortieren musste.
ich lese gerade

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6

Freitag, 15. Januar 2010, 19:39

Ich kann es ja auch nicht mehr ändern, aber ich werde es nachholen und mir den Schneemann aus der Stadtbücherei ausleihen.

Das wollte ich auch, aber in meiner Bücherei gibts nur "Der Erlöser", und das habe ich vor einigen Monaten schon gelesen. Aber immerhin kannte ich dadurch Harry und ein paar andere Personen, so dass ich am Anfang nicht erst die Figuren sortieren musste.
Wie ich schon mal erwähnt habe ist es für "Schneemann" besser vorher "Der Erlöser" gelesen zu haben.

  Spoiler Spoiler

So ist ist es unvorhersehbarer.
"Leopard" werde ich demnächst beginnen. Kann es schon kaum erwarten. :bounce:
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7

Samstag, 16. Januar 2010, 15:01

Von Nesbö habe ich bislang nur "Die Fährte" gelesen - und das ist auch schon länger her.
Irgendwie nett, wenn man die erwähnten Musikgruppen zumindestens vom Namen her kennt, ebenso das erwähnte Bild "Tanz des Lebens" von Edvard Munch (S. 331). :wink:

:winken:
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8

Samstag, 16. Januar 2010, 21:01

Thriller mit Niveau

Direkt mit den ersten Zeilen versteht es Nesbo einen Spannungsbogen aufzubauen der fortwährend anhält und dabei flüssig zu lesen ist.

Harry Hole hat sich nach Hongkong abgesetzt, nachdem ihm der letzte Fall „Schneemann“ noch mehr zu einem Wrack werden ließ.
Nun gibt es einen neuen Mörder in Oslo, und die Ermittlerin Kaja Solness holt Harry zurück.

Hole ist kein typischer Held, er zeigt Ecken und Kanten und ist ein Alkohol- und Drogenwrack aber eine genialer Ermittler.

Zurück in Oslo merkt Harry dass er bei seinen Kollegen auf eine Mauer stößt und er nicht nur Freunde um sich hat... und ihm somit das Ermitteln schwer gemacht wird.
Seine Ermittlungen führen ihn über Kontinente hinweg bis nach Afrika.

In dem Buch „ Leopard“ geht es nicht nur um Verbrechen, Karrieren, Mörder und Machenschaften, man bekommt auch Eindrücke über sein Privatleben zu lesen, z. B. über seinen kranken Vater Olav.

Ich finde , dass Joe Nesbo präzise formuliert und das mit einer kriminellen , gefühlvollen Phantasie.
Er hat ein literarisches Gespür und das Können die Personen so echt und mit Charaktertiefe darzustellen was andere nur oberflächlich ankratzen .

Zwischendurch bringt der Autor durch ironische Dialoge den Leser zum schmunzeln, obwohl der gerade eben noch vor Spannung angespannt war.

Ein TOP Thriller.
Psychologisch-spannend geschrieben, ohne dass man Taten und Täter vorhersehen / erahnen kann.
:bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: ( :bewertung1von5: )

Schneemann hatte ich bereits gelesen, nun werde ich mir auch die älteren Bücher von ihm zulegen.....
„Man sollte auch gute, ja, ausgezeichnete
Bücher verbieten, bloß damit sie mehr gelesen und beachtet werden.“

Albert Camus, Schriftsteller und Philosoph

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9

Sonntag, 17. Januar 2010, 19:41

Ich habe "Leopard" am Wochenende geradezu verschlungen. Das ist wirklich ein Buch, das man nicht unterbrechen möchte.
Meine Beurteilung:

Nachdem sich Harry Hole im Vorgängerband "Schneemann" von seinem
Mittelfinger und von Rakel, seiner großen Liebe, trennen musste, hat er
sich nach Hongkong abgesetzt, wo er seinen Kummer wieder einmal mit
Alkohol hinunterspült und außerdem noch Opium und Pferdewetten für sich
entdeckt. Dort spürt ihn die junge Ermittlerin des Osloer Morddezernats
Kaja Solness auf: in Oslo ist wieder ein Serienkiller unterwegs und der
Leiter des Morddezernats glaubt ohne Harry nicht weiterzukommen. Harry
ist zunächst unwillig, aber die Tatsache, dass sein krebskranker Vater
im Sterben liegt, führt ihn dann doch nach Oslo zurück.



Es folgt eine rasante Jagd auf den Killer, die Harry sowohl
psychisch wie auch physisch alles abverlangt. Seine Ermittlungen führen
ihn von den "Eiswüsten" Norwegens bis nach Schwarzafrika. Gleichzeitig
ist er noch so oft wie möglich am Krankenbett seines Vaters. Zu allem
Überfluss ist jedoch nicht nur der Serienmörder sein Gegner, sondern
auch Mikael Bellman, der Leiter des Kriminalamts. Offenbar besteht
schon seit langem (Vorgängerbände?) eine erbitterte Rivalität zwischen
dem Morddezernat und dem Kriminalamt. Statt zusammenzuarbeiten,
rivalisieren und behindern sich diese beiden Institutionen, was den
Ermittlungen nicht gerade förderlich ist.



Die Konflikte zwischen den rivalisierenden Ermittlungsteams beleben
allerdings die Handlung sehr, besonders die Figur des Mikael Bellman,
eines typischen Alpha-Männchens, ist gut ausgearbeitet, ebenso wie die
seines treuen Anhängers "Beavis", eines typischen Losers, der im
Windschatten eines erfolgreichen Machtmenschen segelt.


Des Weiteren thematisiert Nesbö in seinem Roman auch die Vater-Sohn Beziehung und ihre Auswirkung auf die Entwicklung des Söhne.


"Leopard" - der Originaltitel "Panzerherz" erscheint mir wesentlich
passender - ist ein unglaublich spannender, intelligenter und rasanter
Thriller, der keinen Augenblick langweilt. Der einzige Kritikpunkt ist
die - nicht mehr glaubwürdige - Übermenschlichkeit Harry Holes, der
Belastungen erträgt und Kräfte mobilisiert, die kein normaler
Sterblicher zustandebringt, ganz besonders kein Alkoholiker. Wie er
sich immer wieder dem unmittelbar drohenden Tod entzieht, ist
hochspannend zu lesen, aber zu dick aufgetragen.
;)


Wer sich daran nicht stört, kann sich auf ein Buch freuen, das er
bis zum fulminanten Showdown wohl kaum mehr aus der Hand legen wird.
Von mir erhält "Leopard" 4,5 Sterne.
Bücher sind Schiffe, welche die weiten Meere der Zeit durcheilen.
(Francis Bacon)
:study:
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10

Montag, 18. Januar 2010, 09:37

Der nach Hongkong geflüchtete Ermittler Harry Hole ist am Ende – er trinkt, nimmt Drogen und lässt sich gehen.
Als in Norwegen grausame Morde geschehen, wird die Osloer Kommissarin Kaja Solness beauftragt, ihn zurückzuholen, was ihr auch gelingt.
Nun beginnt eine spannungsreiche Suche nach dem Mörder, die bis in den Kongo führt. Dabei ermitteln konkurrierend sowohl das Morddezernat, als auch das Kriminalamt.
Leiter des Kriminalamtes ist Mikael Bellman, ein karriereorientierter und egozentrischer Mann, der den Fall unter seiner Regie gelöst haben möchte und sich nicht scheut, sich durch einen Maulwurf nötige Informationen zu beschaffen.
Dabei hat Harry nicht nur die oben schon erwähnten Probleme, sondern auch familiäre Probleme, wie seinen sterbenden Vater und den Verlust seiner Geliebten Rakel. Hinzu kommt noch die Angst vor Fahrstühlen.

Nesbö gelingt es, den Spannungsbogen durch den ganzen Thriller zu halten.
Die Entwicklung der Beziehung zwischen Harry Hole und Kaja ist gut ausgearbeitet, sowie auch das Verhältnis Beavis zu Bellman.
Es wäre sicher von Nutzen, den Vorgängerband „ Der Schneemann“ gelesen zu haben, aber man kann es sich auch zusammenreimen.
Ein wenig zu dick aufgetragen sind die Probleme und die Gefahren, die Harry Hole zu bewerkstelligen hat.
Insgesamt ist der Thriller aber lesenswert und ich werde wohl noch mehr von Jo Nesbö lesen.

Von mir gibt es 4 Sternchen.
Jeder trägt die Vergangenheit in sich eingeschlossen wie die Seiten eines Buches, das er auswendig kennt und von dem seine Freunde nur den Titel lesen können. (Virginia Woolf)

:study: Alina Bronsky - Die schärfsten Gerichte...

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Conor« (18. Januar 2010, 09:45)

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Dienstag, 26. Januar 2010, 21:45

Ein super Krimi kann ich nur sagen! Ich hatte den Anfang recht schnell gelesen, aber schon bald musste ich das Lesetempo etwas herunterschrauben, damit mir die wichtigen Details nicht entgehen.
Was mir besonders gut gefallen hat war, dass sowohl die Krimigeschichte an sich als auch der Schreibstil absolut stimmig sind. Allein die Beschreibung des Tötungsvorgangs mit dem sogenannten „Leopoldapfel“ hat mir einen richtigen Schauer über den Rücken gejagt. Und auch sonst schreibt Nesbo unheimlich fesselnd, ich habe mich zu keiner Zeit gelangweilt.
Die Geschichte an sich war für mich absolut nachvollziehbar, genauso wie die Auflösung der Mordserie. Durch diverse Andeutungen führt Nesbo den Leser auf falsche Spuren und in einem spektakulären Showdown stehen sich Harry Hole und ein ziemlich durchtriebener und eiskalter Killer schließlich gegenüber.
Womit ich auch schon bei den Charakteren des Buches wäre. Auch an dieser Stelle muss ich Nesbo meinen Respekt zollen. Alle Charaktere sind gut durchdacht, ich konnte mir von jedem ein gutes Bild machen. Harry Hole als der typische Antiheld und etwas andere Polizist mit Alkohol- und Drogenproblemen steht auch in diesem Nesbo Krimi wieder im Vordergrund, aber auch die junge ehrgeizige Polizistin Kaja Solness spielt eine tragende Rolle.
So fügt sich aus allem ein hervorragend komponiertes Ganzes zusammen und das wird bestimmt nicht der letzte Nesbo-Krimi gewesen sein, den ich gelesen habe!

:bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:
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12

Samstag, 30. Januar 2010, 17:24

Wenn der Leopard die Jagd beginnt ...

... dann muss er schnellst möglich aufgehalten werden. Und wer ist besser dazu geeignet, den Mörder zu entlarven, als Harry Hole? Das zumindest denkt sich Gunnar Hagen, und so schickt er Kaja Solness nach Hongkong, um Hole zu suchen und zurück nach Oslo zu bringen.

Doch als Kaja ihn findet und ihn um Hilfe bittet, ist er alles andere als begeistert. Er möchte in seinem dunklen Loch bleiben und seine Erinnerungen mit Alkohol ertränken. Dazu kommt noch, dass er Drogen nimmt und aufgrund eines hohen Wetteinsatzes beim Pferderennen hohe Schulden bei der Mafia hat. Kaja schafft es dennoch, ihn zurück nach Norwegen zu bringen - indem sie ihm klar macht, wie es um die Gesundheit seines Vaters steht.
In Norwegen angekommen, ergeben sich in Bezug auf den Fall allerdings einige Schwierigkeiten. Das Kriminalamt ist für die Ermittlungen zuständig und der Vorgesetzte - Mikael Bellman - verlangt von Gunnar Hagen, sich aus dem Fall herauszuhalten. Deshalb müssen Harry, Kaja und Björn mehr oder weniger im Geheimen ermitteln - was die Sache natürlich nicht leichter macht. Doch die Zeit drängt, denn der Leopard führt seine Jagd fort ...

Obwohl ich bisher kein einziges Buch von Jo Nesbö gelesen habe, fiel es mir sehr leicht, in dieses Buch einzutauchen. Auch ohne Vorkenntnisse kann man der Handlung gut folgen, obwohl einige Fälle, die Harry bisher gelöst hat, erwähnt werden und auch der "Schneemann" eine kleine Rolle in diesem Buch spielt. Das Wissen, das einem fehlt, kann man sich aber sehr gut zusammenreimen und die Informationen verderben einem auch nicht die Lust die Vorgänger zu lesen, da ich nicht das Gefühl hatte, dass relevante Details verraten werden.
Die Charaktere fand ich sehr interessant, da jeder seine guten, aber auch seine schlechten Seiten zeigt. Was mich ein wenig gestört hat, waren Harrys Probleme, da hat es der Autor meiner Meinung nach etwas übertrieben. Manchmal ist weniger eben mehr. ;) Außerdem schafft es Harry jedes Mal, sich aus brenzligen Situationen zu befreien. Das erhöht zwar die Spannung, wirkt aber nach und nach unglaubwürdiger.
Der Prolog ist sehr spannend und auch die Beschreibung, wie Harry in Hongkong lebt und wie Kaja ihn zurück nach Norwegen holt, ist interessant, doch irgendwie sinkt die Spannungskurve dann gewaltig und steigt erst wieder nach etwa der Hälfte des Buches. Das fand ich etwas schade, aber der Text lässt sich sehr flüssig lesen und deshalb kommt man trotzdem schnell voran.

Positiv zu erwähnen ist auf jeden Fall, dass Jo Nesbö es schafft, einen immer wieder auf die falsche Fährte zu führen. Man rätselt gespannt mit, wer der Mörder sein könnte, und immer wieder stellt man überrascht fest, dass man sich geirrt hat.
Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen und ich werde die anderen Bücher über Harry Hole auf jeden Fall noch lesen, da mich seine Vergangenheit interessiert und ich den Charakter an sich einfach interessant finde.

Ich gebe dem Buch 3 von 5 Sternen.
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Samstag, 30. Januar 2010, 18:15

Der Mörder wird doch nicht "Leopard" genannt? Oder ist mein Gedächnis inzwischen so schlecht???

Ich erinnere mich dunkel an eine Szene, bei der ich das Gefühl hatte, das Wort "Leopard" beziehe sich auf Harry. :scratch:
ich lese gerade

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14

Sonntag, 31. Januar 2010, 01:21

Der Mörder wird doch nicht "Leopard" genannt? Oder ist mein Gedächnis inzwischen so schlecht???

Ich erinnere mich dunkel an eine Szene, bei der ich das Gefühl hatte, das Wort "Leopard" beziehe sich auf Harry. :scratch:

  Spoiler Spoiler

Nein, der wird "Der Kavalier" genannt. Aber im Prolog beschreibt das Opfer, dass er sich wie ein Leopard verhält, weil er sich der 'Beute' anpasst und eben wie dieses Tier jagt. Und danach haben sie ja auch den Titel benannt, denn in einem anderen Zusammenhang kommt ein Leopard nicht vor. Und dass Harry als solcher bezeichnet werden soll - hm, ehrlich gesagt, kann ich mich daran nicht erinnern.
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Donnerstag, 4. Februar 2010, 20:46

So, Herrn Nesbo habe ich nun auch durch!
Harry Hole ist und bleibt nun mal eine coole Sau. 8) Bei einigen trockenen Sprüchen konnte ich mir das Grinsen nicht verkneifen. Er ist ein einsamer Wolf und das hat sich auch nicht geändert und das wird es auch in den Folgebänden nicht passieren, so hoffe ich doch. Ja, auch wenn das Buch einige Längen besitzt und man die Geschichte gut und gerne hätte kürzen können, gefiel mir der Plot sehr gut. Die Verbindung zu Kaja fand ich sehr schön beschrieben. Auch ich bin der Meinung, dass der Titel "Leopard" nicht paßt und man den norweg. Orig. titel: Panzerherz hätte nehmen sollen. Das paßt eher zu Harrys Wunsch: ein Panzerherz zu besitzen. Die kurze Epilogstelle, in der der Leopard kurz vorkam, ist eher Nebensache.
Sicher, auch das "uns Harry"

  Spoiler Spoiler

erst die Lawine und auch noch die Showdown-Sequenz am Ende des Buches überlebt
, fand ich schon arg übertrieben.
Seine persönlichen Probleme fand ich sehr delikat und angenehm, ist eben kein Krimi nach dem Strickmuster: böser Bube, toller Bulle und fertig!
Ich find den Hole sexy, natürlich auch seinen geistigen Vater :uups: Vergebe aber trotz allem :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:
Ich :study: gerade

Phantasie ist wichtiger als Wissen. Wissen ist begrenzt, Phantasie umfaßt die ganze Welt.- Albert Einstein
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16

Dienstag, 16. Februar 2010, 17:13

Danke Marie für die Vorstellung.

Ich habe es mir jetzt auch gekauft und verschlinge schon...
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17

Samstag, 20. Februar 2010, 08:15

Ein durchaus spannendes Buch, interessante Geschichte, die dem Leser einige Fallstricke legt und immer wieder verwirrt.

Punktabzug wegen der übertriebenen " Ich stehe kurz vorm Tod - aber ich schaffe es mal wieder" -Szenen (wie Marie schon anmerkte), das war manchmal etwas zu dick aufgetragen.

Auch der Schluss behagt mir nicht so ganz, ich bin

  Spoiler Spoiler

zwar kein Happy-End-Fanatiker, aber dass Hole wieder nach Hongkong geht und höchstwahrscheinlich wieder in den Sumpf aus Glücksspielen, Drogen usw. fällt, ist der Geschichte und der Brillanz des Ermittlers nicht würdig . Aber dies gibt Anlass zur Hoffnung dass es einen Folgeband mit ihm geben wird


Von mir :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:
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18

Dienstag, 30. März 2010, 18:09

In seinem achten Fall ist Harry Hole sowohl körperlich als auch seelisch am Ende.
Er hat sich im Drogensumpf von Hongkong verschanzt, während es in seiner Heimat Oslo zu einer Serie aufsehenerregender Morde kommt.
Die junge Kommissarin Kaja wird daraufhin nach Hongkong geschickt um Harry zurückzuholen, damit dieser den Fall löst.
Jo Nesbø schafft es mit „Leopard“ ein weiteres Mal den Leser zu faszinieren und ihn ganz in seiner Harry Hole – Welt gefangen zu nehmen.
Gewohnt spannend und nüchtern schildert er Harrys Probleme, die brutalen und sehr blutigen Morde und schafft es durch Irreführungen den Leser immer wieder zu überraschen und atemlos zurückzulassen.
Harry Hole ist für mich mittlerweile wie ein alter Bekannter und ich leide selbst mit ihm mit. Trotz seines oft sehr schwierigen Wesens und seinen ganzen Eskapaden hege ich eine sehr große Sympathie für ihn und bin mental immer direkt im Geschehen dabei.
Die Atmosphäre ist gewohnt düster und nervenaufreibend und zieht den Leser so in den tiefen Handlungssog, der stellenweise durch Zynismus und Sarkasmus von Seiten Holes aufgelockert wird.
Jo Nesbø hat mit „Leopard“ wieder einmal ein hochspannendes, thematisch sehr interessantes und authentisch packendes Buch geschaffen mit einem grandiosen, „abgefuckten“ und liebenswerten Hauptprotagonisten, der einen wirklich berührt.
Ich würde aber empfehlen den Vorgänger „Schneemann“ vorher zu lesen, damit man einen besseren Einblick in Harry Holes Seelenleben bekommt und einige Andeutungen besser verstehen kann.
Ein wirklich wunderbares Buch und sehr empfehlenswert!
Ich freue mich schon sehr auf weitere Fälle von Harry Hole und hoffe inständig, dass es noch viele davon geben wird!

:bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: von :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :love: :applause: :thumleft: :applause:
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