Meine Rezi:
Das Cover versetzt den Leser in einen kalten Winter. Im Vordergrund ist ein Hinweisschild für Schnee- oder Eisglätte, zu sehen, das mit Schnee und Eiszapfen bedeckt ist. Links im Hintergrund ist im Dunkeln eine Almhütte zu sehen. Dahinter türmt sich ein großer Berg, hinter dessen Spitze die Sonne, verdeckt von Wolken, zu sehen ist.
Eine echte Leiche in einem Hotel, in dem spielerisch kriminalisiert hätte werden sollen. Dazu kann man nur eines sagen: "Priml"!
Auf Hilfe von Außen muss Kommissar Kluftinger leider verzichten, da Schneestürme angesagt sind und Lawinengefahr besteht. Nur der gute und, zu Kluftingers Bedauern, motivierte Doktor Langhammer ist stets zur Stelle und will helfen, wo er nur kann. Da der Doktor es allerdings trotz der echten Leiche eher als Spiel sieht, vermasselt er so dem Kommissar ein ums andre Mal manch eine wichtige Situation.
Größtenteils wurden Verhöre gemacht, bei denen Dr. Langhammer immer dabei war, was vom Kommissar mit gemischen Gefühlen befürwortet wurde.
Bei manchen Zeugen kamen interessante Fakten zutage, die diese über den Ermordeten wußten. Dadurch wuchs allerdings auch die Zahl der Tatverdächtigen.
Dabei kam Dr. Langhammer auf die tollsten Mordtheorien, bei denen ich, wie auch bei ganz anderen Schnitzern, die er sich leistete, nur noch mit den Augen rollen konnte. Manches, was er von sich gab, war kaum zu fassen.
Es kam nie Langeweile auf, auch wenn Kluftinger eigentlich fast nur Verhöre und normale Gespräche führte.
Durch den personnellen Erzählstil aus Kluftingers Sicht fühlte ich mich als Leser mitten im Geschehen und konnte mir selbst gut ein Bild von der Situation machen, mir meine Verdächtigen herausfischen.
Manche Situationen, wie z.B. der Aufenthalt am Frühstücksbüfett, sind sehr ausführlich, aber humorvoll beschrieben. Ich wollte mich selbst immer umschauen, ob dem Klufti jemand über die Schulter sieht.
Besonders toll fand ich den Konkurrenzkampf zwischen Kluftinger und Langhammer, den man besonders an der Silvesterparty gut rauslesen konnte. Besonders amüsant fand ich die hin und wieder eingestreuten Gedanken des Kommissars, und auch sonst gab es in dem Krimi einige grandiose Lacher.
Die Familien Kluftinger und Langhammer werden größtenteils nur oberflächlich vorgestellt. Einem Quereinsteiger wäre das womöglich zu wenig, um manche Zusammenhänge verstehen zu können. Wobei Martin Langhammer, alias Dr. Watson an Kluftis Seite, doch etwas ausführlicher dargestellt wurde, da er eine aktive Rolle als Kluftingers rechte Hand spielte.
Für das große Format des Buches war die Schrift leider sehr klein und so auf längere Zeit schwer zu lesen.
Der Schreibstil der Autoren ist jedoch sehr flüssig, wodurch sich der Krimi gut lesen ließ.
Die Kapitel sind unterschiedlich lang und gut bestückt mit Abschnitten.
Fazit:
Ein gelungener fünfter Roman von dem Autorenpaar Klüpfel und Kobr über den Kultkommissar Kluftinger!
Sehr zu empfehlen.
Ich vergebe fünf volle Sterne.
Von Volker Klüpfel und Michael Kobr schon erschienen:
Milchgeld
Erntedank
Seegrund
Laienspiel
Rauhnacht