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Beiträge: 39

Geschlecht: Weiblich

Wohnort: Rotenburg (Wümme)

Bevorzugte(s) Bücher-Genre: Humor, Love & Romance, Erfahrungen, Frauenliteratur, Krimi / Thriller

21

Montag, 16. Februar 2009, 11:58

Das Buch ist mehr Roman als Krimi. Die Idee ist gut, aber schlecht umgesetzt. Es kommt nur wenig Spannung auf, die dann auch noch durch endlose Nebensächlichkeiten wieder verloren geht. Gut finde ich, dass die Hauptperson eine an den Rollstuhl gefesselte ehemalige Polizistin ist. Dies ist mal was anderes, als die immer wieder anzutreffenden leicht schrägen ermittelnden Männer. Am Schluss kommt nochmals Spannung auf, als der Täter überführt wird. Die Lösung ist logisch und nachvollziehbar.
Das Buch ist gut geschrieben und lässt sich leicht und flüssig lesen.
Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen. (Johann Wolfgang von Goethe)

:study: "Dem Tod auf der Spur" von Michael Tsokos
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Beiträge: 9

Bevorzugte(s) Bücher-Genre: Krimi/Thriller

22

Mittwoch, 4. März 2009, 18:11

Der norwegische Gast

Ich habe mir das Buch jetzt auch einmal geleistet. Hier meine Meinung dazu:

Winter 2007 in Norwegen. Ein heftiger Schneesturm tobt, als ein Zug mit 269 Passagieren, unterwegs von Oslo nach Bergen, entgleist. Bis auf den Lokführer werden alle Passagiere lebend gerettet und in einem nahe gelegenen Berghotel in Finse untergebracht. Ein Kontakt zur Außenwelt ist nicht möglich und notgedrungen arrangieren sich die Eingeschlossenen mit der unausweichlichen Situation. Für Essen, Trinken und ein wenig Unterhaltung ist gesorgt, so dass genügend Zeit bleibt, sich mit Spekulationen um einen zusätzlich angehangenen Zugwaggon zu befassen, dessen Insassen mysteriös anmuten, die aber niemand zu Gesicht bekommen hat.

Unter den unfreiwilligen Hotelgästen, immer ein wenig abseits im Rollstuhl sitzend, befindet sich die ehemalige Polizistin Hanne Wilhelmsen, die vor fünf Jahren im Rahmen eines Polizeieinsatzes schwer verletzt wurde. Seit ihrem Unfall hat sie sich vom Leben zurückgezogen und tritt den Menschen in ihrer Umgebung unhöflich, verschlossen und unfreundlich gegenüber. Jede noch so gut gemeinte Hilfe lehnt sie schroff ab und verkriecht sich lieber in ihrem Schneckenhaus, ein Verhalten, das sich im Laufe des Geschehens und aufgrund der gegebenen Situation zunehmend schwerer bewerkstelligen lässt.In der Nacht fallen die Temperaturen weiter, der Wind nimmt zu. Ein Ende des Sturms ist nicht in Sicht, als vor der Tür, im Schnee liegend, eine Leiche entdeckt wird. Der Tote, ein extrovertierten Pastor, der durch vielfältige Fernsehauftritte seine Bekanntheit und Volksnähe akribisch gepflegt und gezielt ins rechte Licht gesetzt hat, ist erschossen worden. Nun ist es schlagartig vorbei mit der Ruhe im idyllischen Berghotel. Angst macht sich unter den Anwesenden breit, der Sturm zerrt an den Nerven der Gäste und genau an diesem Punkt geschieht der nächste Mord.

Die ehemalige Polizistin Hanne Wilhemsen, deren Vorleben einigen der Anwesenden hinlänglich bekannt ist, gerät durch die Ereignisse immer mehr unter Druck. Man bittet sie, sich der Sache anzunehmen und die Verbrechen aufzuklären, bevor die Situation eskaliert. In die Enge getrieben, stimmt sie mürrisch zu und versucht mit Hilfe der Hoteldirektorin und zwei weiterer Gäste Licht in die Geschehnisse zu bringen. Hierbei bemerkt sie zum ersten Mal, dass ihre passive sitzende Position auch Vorteile mit sich bringen kann. Bedingt durch die ungewöhnliche Perspektive und die dadurch genommene Möglichkeit in Handlungen aktiv eingreifen zu können, erschließen sich ihr Dinge, die andere übersehen. Ihre jahrelange, gut geschulte Beobachtungsgabe kombiniert sie geschickt mit systematischem Denken und so gelingt es ihr, die Morde aufzuklären und den Täter ganz in Agatha-Chriestie-Manier letztendlich zu stellen.

Aber nicht nur die ungewöhnlich Aufklärung des Verbrechens unter Einbeziehung eines breiten Publikums und der passiven Haltung der anwesenden Polizei, erinnert an die Romane der Autorin Agatha Christie. Auch die vielseitige Ausstattung der anwesenden Personen mit kuriosen Angewohnheiten, eigenwilligen Charaktere und dunklen Vergangenheiten, wie auch die Einbeziehung einer ungewöhnlichen Todesart, lassen den Leser unweigerlich an die psychologisch raffinierten Methoden von Miss Marple oder Hercule Poirot denken.Anne Holt hat mit „Der norwegische Gast“ einen Kriminalroman geschrieben, der durch seinen leichten, flüssigen Schreibstil lesenswert daherkommt, trotz alledem aber zu sehr an seine Vorgänger erinnert. Die Idee, Personen von der Außenwelt abzuschneiden und sie gemeinsam mit einem Mörder einzuschließen, ist durch vielfältige Romanvorlagen und Filme bereits überstrapaziert und weist auch in diesem Buch keine neuen Nuancen auf. Hier kann man sich als Leser der Autorin nur wünschen, dass sie bei zukünftigen Romanen mit neuen Ansätzen brilliert. Ein weiteres Manko stellt der nicht durchgängig vorhandene Spannungsbogen dar, der allerdings durch die gewählte Erzählform kompensiert wird. Bedingt durch die Nutzung der Ich-Perspektive erlaubt die Autorin einen tiefen Einblick in die Seelen- und Gefühlswelt der Hauptprotagonistin und schafft es dadurch, dass die Geschichte einiges an Tiefgang erfährt. Und genau dieser Tiefgang ist es, was den Leser dazu bringt, das Buch nicht aus der Hand zu legen.

Insgesamt ist „Der Norwegische Gast“ ein Buch, das man entspannt lesen kann, von dem der versierte Krimileser aber nicht zuviel erwarten sollte.
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Beiträge: 8 288

Geschlecht: Weiblich

Wohnort: Rheinland-Pfalz

Bevorzugte(s) Bücher-Genre: Alltagsgeschichten, Erzählungen, Krimis

23

Montag, 13. Juli 2009, 20:46

Aus 10 kleinen Negerlein werden 198 vom Schnee Eingeschlossene

Eine "Hommage" an den klassischen Krimi soll dieses Buch laut Klappentext sein. Wäre ich ein klassischer Krimi, ich würde sagen: Nein, danke.
Würde man für Langeweile und einen zähen Plot Punkte vergeben, bekäme dieses Buch die Höchstzahl von mir. Ich habe mich durchgekämpft und durchgegähnt.
Eine Protagonistin, die seitenweise damit beschäftigt ist, ihr Image als distanzierte, überhebliche, auf andere herabblickende Menschenfeindin zu pflegen, und die dadurch zumindest ein Ziel erreicht: Man verweht ihr den Mitleidsbonus für Rollstuhlfahrer. Die Ermittlungen führt, die sie eigentlich nicht führen will, indem sie hier ein paar Fragen stellt, dort ein wenig Neugier zeigt. Die konstante Linie, der rote Faden fehlt.
Eingeschlossen mit zig unbekannten Leuten, keine Möglichkeit zum Davonlaufen und keine Ahnung, wann und wie man dort wieder herauskommt: Eine fürchterliche Situation nicht nur für jemanden mit klaustrophobischen Ängsten. Davon ist im Buch wenig zu spüren, obwohl man genau aus diesem Thema einen Krimi konzipieren kann (wie andere Autoren schon bewiesen haben): Wozu sind Menschen in der Lage, die am Ende ihrer Nerven sind? Wie schaffen sie sich einen Spielraum zum Überleben? Wann und wie dreht der erste durch? Wann wird der Mensch zum "Wolf"?
Die Morde haben mit der Situation nichts zu tun, das entwickelte Szenarium ist also überflüssig. Auch das Rätsel um den merkwürdigen Gast, der bewacht wird, dient dem Hauptstrang nicht.

Marie
ich lese gerade

Wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich (Nietzsche)
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Beiträge: 3 878

Geschlecht: Männlich

Wohnort: Kehlbach, Rhein-Lahn-Kreis

Bevorzugte(s) Bücher-Genre: krimis

24

Samstag, 17. Oktober 2009, 10:07

Ich kann mich den meisten Vorrednern (-schreibern) nicht anschließen. Ich hatte beim Lesen ständig das Gefühl "da war doch was?; das kenne ich schon". Die Ähnlichkeiten zu Agatha Christie Romanen seien vielleicht gewollt gewesen sein , vor allem "Mord im Orient-Express" , wo der Zug ebenfalls im Schnee stecken bleibt, aber mir fehlte fast jegliche Spannung ebenso wie "Blitzschaltungen" à la Poirot. Dieser Retro-Krimi kommt äußerst träge daher, Anbpassungen an die Neuzeit sind nur in der Person der KommisarIN und in der sehr gewählten Auswahl der Charaktere zu sehen.

Fazit: Nicht immer ist die Kopie besser als das Original :D

Zwei ** müde Sterne von mir

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »morse« (17. Oktober 2009, 10:22)

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Beiträge: 5 395

Geschlecht: Weiblich

Wohnort: Rheinland-Pfalz

Bevorzugte(s) Bücher-Genre: Erzählungen, Krimi/Thriller, Psychothriller, Biografie, Fantasy, History, Politische Bücher, Klassiker, Skandinavische Literatur, Liebesromane, Ladythriller

25

Montag, 15. Februar 2010, 14:20

Klappentext:
Ein Schneesturm zwingt die Passagiere eines Zuges, in einem norwegischen Berghotel Zuflucht zu suchen. Unter ihnen die ehemalige Kommissarin Hanne Wilhelmsen. Als das Hotel komplett eingeschneit wird, geschieht ein brutaler Mord. Panik macht sich unter den Gästen breit, und die am Rollstuhl gefesselte Kommissarin muss ihr Bestes geben, um den Mörder zu enttarnen.

Inhalt:
Hanne Wihelmsen, eine ehemalige Kommissarin in Oslo, ist mit dem Zug auf den Weg nach Bergen zu einem Spezialisten. Denn seit dem sie bei einem Polizeieinsatz in die Brust geschossen wurde, sitzt sie im Rollstuhl. Sie ist in den Vorruhestand gegangen und meidet seit dem größere Menschenmengen, weil sie ihr einfach bedrohlich erscheinen. Dementsprechend problematisch ist es für sie, dass sie nach einem Zugunglück mit 200 weiteren wildfremden Personen in einen Berghotel eingeschneit ist. Interessant ist für sie und ihre Mitreisenden lediglich, ob in den angehangenen Zugwaggon, wirklich die norwegische Kronprinzessin und ihr Gefolge ist. Denn die Personen aus diesem Zugwaggon erleben eine Sonderbehandlung und wohnen in den oberen Gemächern des Hotels und werden auch noch bewacht. Die Spekulationen werden immer misteriöser. Besonders als auch noch ein Pfarrer, der mit im Zug saß, ermordet im Schnee aufgefunden wird und sich ein kurdisches Paar verdächtig benimmt. Hanne Wilhelmsen beginnt gegen ihren Willen zu ermitteln, da es keine Aussicht gibt, dass bald Hilfe von außen kommt.

Meinung:
Der neunte Fall mit Hanne Wilhelmsen ist der zweite in dem sie im Rollstuhl sitzt. Waren die ersten Fälle noch teilweise witzig und spannend durch die Dialoge zwischen Billy T und ihr, so ist besonders der vorliegende neunte Fall anders. Er ist tiefsinnig und hintergründig, aber plätschert auch vor sich hin. Es wird stärker auf das Befinden von Hanne Wilhelmsen eingegangen und auch mehr ihre psychische und physische Verfassung beleuchtet. Im übrigen ist dieser Krimi in der Ich-Form geschrieben, was auch schon ein Unterschied zu den vorherigen acht Fällen ist. Gut wie bisher auch ist die Darstellung des Kriminalfalls. Anne Holt legt wie auch in den vorherigen verschiedene Fährten und bis zum Ende bleibt es unklar, was das wirkliche Motiv ist und wer der Täter ist. Vor allem bleibt auch bis zum Ende unklar, wer der norwegische Gast ist.

Liebe Grüße von der buechereule :winken:
:study:
Fay Weldon - Beste Feindinnen

Bücher sind fliegende Teppiche ins Land der Phantasie. (James Daniel)

Wörterkatze

2010: 92 - Seiten: 31.613

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »buechereule« (15. Februar 2010, 14:27)

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Beiträge: 83

Geschlecht: Weiblich

Wohnort: Wriedel

Bevorzugte(s) Bücher-Genre: Hörbuch, Krimi/Thriller, Sach-/Fachbuch, Kinder & Jugendbuch, History, (eigentlich alles außer Science Fiction)

26

Sonntag, 28. Februar 2010, 09:58

Ich habe das Buch gerade als Hörbuch genossen. (Ja, ich habs wirklich genossen - fühlte mich sehr gut unterhalten.)
Wirklich empfehlenswert! Bis kurz vor Ende hab ich nicht geahnt, wer der wahre Täter ist.
Vielleicht lese ich das Buch auch noch, in so einer Lesung kommt die Atmosphäre doch selten so gut rüber, wie direkt aus dem gelesenen Text.
SUB: 206

:study: 2009: 40
HB 2009: 136

:study: 2010: 17 (5697 Seiten)
HB 2010: 116
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Beiträge: 1 174

Geschlecht: Weiblich

Wohnort: Sachsen-Anhalt

Bevorzugte(s) Bücher-Genre: bevorzugt Krimi/Thriller, Erzählung, History, bin aber mittlerweile nicht mehr so festgelegt ...

27

Mittwoch, 28. Juli 2010, 20:52

Ich bin von diesem Buch etwas enttäuscht. Das Szenario ist gut, eine größere Gruppe Menschen ist aufgrund eines wetterbedingten Zugunglücks im norwegischen "Nirgendwo" eingeschneit und von der Umwelt komplett abgeschnitten. Es ist auch nicht abzusehen, wann von außen Hilfe kommen kann.
Zu all diesen Widrigkeiten kommt noch dazu, dass ein besonderer Waggon am Zug war, der eine unbekannte, besonders bewachte Person beherbergte. Die Eingeschlossenen rätseln, wer ist das und warum wird so ein Geheimnis darum gemacht?
Es geschehen zwei Morde und die Umstände zwingen die ehemalige Kommissarin Hanne Wilhelmsen mit den Ermittlungen zu beginnen. Sie erhält Unterstützung von der Geschäftsführerin des Berghotels, in dem die Reisenden gestrandet sind, einem kleinwüchsigen Arzt sowie einem Anwalt.
Hanne Wilhelmsen wirkt auf mich verbittert, menschenfeindlich und sehr abweisend. Sie ist mir unsympathisch. Zugegeben, sei hat seit einem Unfall im Dienst kein leichtes Leben, sie sitzt seitdem im Rollstuhl. Der kleinwüchsige Arzt Dr. Magnus Streng dagegen ist ein lebensbejahender, agiler Mann, der über ein umfangreiches Wissen verfügt. Diese Person hat mir sehr gut gefallen.
Anne Holt hat die unterschiedlichen Charakter gut beschrieben; das Buch lässt sich gut und flüssig lesen. Aber ein spannender Kriminalroman ist es nicht.

Sehr gestört haben mich die schon erwähnten Übersetzungsfehler, das häufige Wechseln vom Du zum Sie in den Dialogen.
Ich muss auch zugeben, mir hat sich der Sinn des geheimnisvollen Passagiers nicht erschlossen.

Das Buch erhält von mir 3 Sterne .
"Nichts ist unmöglich, allein unserem beschränkten Geist erscheinen bestimmte Dinge unbegreiflich." - Marc Levy - Solange du da bist

Ich :study: Lindsay Gordon - Zügellos
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