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Interviews

Hier beantworten Autoren Eure Fragen. Hast Du auch eine Frage, so kannst Du sie auf der jeweiligen Autorenseite über den kleinen Fragezeichen-Button einreichen. Eine Auflistung der Autoren, die Fragen beantworten, findest Du hier.

  • Liebe Amanda, deine Trilogie behandelt sehr schön die Thematik Gut und Böse und wie schwer sich beides manchmal auseinander halten lässt. Welcher der Figuren der zwei Welten würdest du denn gern begegnen und wem lieber nicht?
    Portrait
    Das ist eine sehr schöne Frage. Gut und Böse kann man auch nicht so kategorisch trennen, finde ich. Es gibt nicht nur DAS Böse und DAS Gute, alles ist ineinander und miteinander verwoben. Mir fällt es gerade schwer zu sagen, ob es überhaupt eine Figur in der Trilogie gibt, der ich nicht begegnen möchte. Ich denke eher nicht. Denn sie sind auf ihre Art alle geheimnisvoll und es lohnt sich immer eine Antwort auf die Frage - "Warum handeld die Figur auf eine zerstörerische Art und Weise?" - herauszufinden. Daher würde ich gern aus der Legende von Ýr Muireall begegnen. Sie besitzt etwas, was mich beim Schreiben die ganze Zeit fasziniert hat. Und diese Faszination liegt nicht in dem Ursprung ihrer uralten Wurzeln, denen sie entstammt. Es ist mehr der Umgang mit den Kräften, die sie besitzt. Sie bemerkt, dass sie sich selbst eben nicht unter vollständiger Kontrolle hat. So, wie wir Menschen unsere Gefühle und Gedanken nicht immer kontrollieren und und beeinflussen können. Auch wir werden aufbrausend, wütend und könnten manchmal einfach nur schreien. Doch sie lernt, wie sie mit ihren Kräften umgehen kann, sie lernt ihre Magie zu verstehen und sie findet ihren Weg. Daher würde ich gern ihr begegnen. Mit ihr an der Steilküste von Inishman sitzen, über die Weite des Ozeans blicken und über das Leben plaudern :-)
  • Einen wichtigen Teil Ihres neuesten Buches nimmt die Reise in die Vergangenheit und die Erinnerung ein. Hätten Sie selbst Interesse daran, in die Vergangenheit zu reisen? Wohin ginge die Reise womöglich?
    Portrait
    Ich würde meine Muse gerne in ihrer Kindheit sehen, wie sie da so war. Ich würde mich selbst gerne beobachten als Kind und verwirrter Teenager. Meine Freunde, wie sie aufgewachsen sind. Aber eine Zeit und ein Ort in der tiefen Vergangenheit - nee, nicht wirklich. Dafür habe ich Phantasie und Bücher. Die Zukunft wäre da schon was anderes. Ich würde schon gerne so hundert Jahre nach vorne reisen, um zu sehen, ob ich noch da bin.
  • Interessanterweise tauchen die Gebrüder Grimm in „Der letzte Engel“ auf. Haben Sie eine Märchen-Top-Drei oder hatten Sie als Kind eine?
    Portrait
    Die Brüder Grimm haben sich in das Buch eingeschlichen und ich habe alles getan, was ich konnte, aber ich bekam sie nicht raus und jetzt müssen sie bleiben, denn ohne sie macht die Geschichte keinen Sinn mehr. Bei den Grimms habe ich keine Favoriten, was die Märchen angeht. Ich war eher der Typ, der von 1001 Nacht und von Hans Christian Andersen [Dänischer Dichter und Schriftsteller, Anm. d. Red.] fasziniert war.
  • Neben Deutschland spielt die Handlung unter anderem auch in Irland. In wieweit ist dies für die Handlung wichtig oder ist es vielmehr ein persönliches Fernweh?
    Portrait
    Ich habe für ein Jahr in Irland gelebt. Kaum besuche ich einen Ort, fließt er in das Schreiben ein. Edinburgh kommt auch vor, aber da war ich noch nicht. Auch nicht an der Nordspitze Norwegens oder an der rumänischen Küste, da will ich auch nicht hin, aber meine Charaktere hat es dorthin verschlagen. Größtenteils geben sie vor, wohin es geht. Ich bin das Reisebüro, das sie ständig buchen. So richtig fragt mich da auch keiner, wohin ich will. Also kein Fernweh, denn ich bin froh, wenn ich nicht aus dem Haus muß.
  • Ihr neuester Roman „Der letzte Engel“ handelt - wie der Titel bereits verrät - von geflügelten Wesen. Warum ist es kein "bodenständiger Teufel" geworden?
    Portrait
    Weil ich mit dem Thema Teufel so wenig anfangen kann wie mit dem Thema Engel. Es wurde Der letzte Engel, weil die erste Aussage des Hauptcharakters in der Geschichte den Ton für das Buch angegeben hat. Motte erzählt: „Der letzte Engel auf Erden erwachte an einem Samstagnachmittag und wusste nicht, dass er der letzte Engel war.“ Als ich das schrieb, klickte es und die Geschichte war am wachsen. Es geht dabei nicht wirklich um Engel, wie wir sie kennen. Keine Religion fummelt da rein. Es ist ein neuer Schritt, in den ich alles packe, was ich je gelesen habe. Dabei stelle ich die Welt ein wenig auf den Kopf, denn das ist ein höllischer Spaß, auch wenn man so ein Engel ist, wie ich es immer wieder sein kann.
  • Das Ende des Romans ist sehr offen, besteht die Möglichkeit das noch weitere Teile von Trix Solier folgen? Oder sind vielleicht sogar schon welche in Planung?
    Portrait
    Die Fortsetzung ist schon geschrieben und in Russland auch schon herausgekommen. Das Buch heißt Neposseda, wörtlich vielleicht so viel wie »Zappelphilipp«, und erzählt von weiteren Abenteuern, die Trix und seine Freunde erleben. Es ist sehr gut aufgenommen worden, und ich hoffe, dass auch die deutschen Leser es bald in Händen halten können. Es ist wirklich noch komischer als das erste, es gibt mehr Abenteuer und vor allem: Es gibt Drachen! (Übersetzt von Christiane Pöhlmann)
  • Die Wächter-Reihe wurde ja verfilmt. Gibt es vielleicht auch Filmpläne für den Roman Trix Solier?
    Portrait
    Es gibt Pläne, gerade laufen die Verhandlungen. Über Details kann ich noch nichts sagen, aber eins will ich doch verraten: Für Trix Solier interessiert sich die vermutlich beste Filmgesellschaft, die sich ein Autor, der Fantasy für Jugendliche schreibt, nur wünschen kann. Ich hoffe sehr, dass alles klappt und der Film zustande kommt. (Übersetzt von Christiane Pöhlmann)
  • Wie eng war die Zusammenarbeit mit der Übersetzerin Christiane Pöhlmann, gerade im Bezug auf einige Redewendungen wie z. B. »Eipottstausend«, woraus der Name »Eipott« für das »In-einer-Hand-Buch« entsteht? Liegt die gute und flüssige Übersetzung hauptsächlich daran, dass sie bereits seit einigen Jahren seine Bücher übersetzt?
    Portrait
    Meiner Ansicht nach ist ein bedeutender Teil meines Erfolges in Deutschland Christiane zu verdanken. Und zwar nicht nur, weil sie literarisch gute Übersetzungen vorlegt, sondern weil sie, und das ist wesentlich wichtiger, die russische Kultur gut kennt und wenn nötig gelungene deutsche Entsprechungen für Witze oder Anspielungen findet, die sonst nur ein Russe versteht. Abgesehen davon ist sie ein netter Mensch, mit dem ich gern zu tun habe. Ich hoffe, es wird ihr auch in Zukunft nicht langweilig, meine Bücher zu übersetzen! (Übersetzt von Christiane Pöhlmann)
  • In unserer Leserunde waren wir uns einig, dass wir Ihre Anspielungen auf eine bekannte Fast-Food-Kette und das Prinzip, wie diese arbeitet und funktioniert, sehr gelungen und lustig fanden. Denken Sie, dass diese und andere Anspielungen auf Lebensweisen und -einstellungen in den verschiedenen Ländern, in denen Ihr Roman erscheint, auch unterschiedlich wahrgenommen werden?
    Portrait
    Die Reaktionen der deutschen Leserinnen und Leser lassen darauf schließen, dass sie diese Anspielungen genauso aufgenommen haben wie die russischen. Sicher, eigentlich ist jede Art von Fast Food schrecklich – aber was täten wir ohne? Einmal ist es mir selbst übrigens passiert, dass ich Burger King zum besten Restaurant im Michelin erkoren habe, natürlich sehr zur Freude der Kette. Damals war ich mit einer Gruppe von Schriftstellern in Taiwan. Eine Woche lang haben wir chinesisches Essen bekommen, das sehr ungewöhnlich und erstaunlich lecker ist. Es hat uns allen wirklich gut geschmeckt! Aber als wir am siebten Tag dieses kleine Fast-Food-Restaurant erblickten, sind wir reingestürmt und haben ausnahmslos Hamburger und Coca Cola bestellt. Selbst vom vorzüglichsten exotischen Essen kann man irgendwann genug kriegen. (Übersetzt von Christiane Pöhlmann)
  • In Teil Drei, Ende Kapitel Zwei wird der Tagesablauf eines Magiers geschildert. Ist mit dieser Schilderung vielleicht der Tagesablauf eines Schriftstellers gemeint und vielleicht sogar ihr eigener?
    Portrait
    Vor allem habe ich mich damit natürlich über die Arbeitsweise von Schriftstellern lustig gemacht. Nur dass uns keine Kristallkugel, sondern das Internet vom Arbeiten abhält. Und selbstverständlich entbindet auch ein großer Roman den Schriftsteller nicht von der Pflicht, seiner Frau in der Küche oder seinem Kind bei den Hausaufgaben zu helfen. (Übersetzt von Christiane Pöhlmann)
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