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Interviews

Hier beantworten Autoren Eure Fragen. Hast Du auch eine Frage, so kannst Du sie auf der jeweiligen Autorenseite über den kleinen Fragezeichen-Button einreichen. Eine Auflistung der Autoren, die Fragen beantworten, findest Du hier.

  • Buch: Die Maurin

    Zahra ist auf der Suche nach Freiheit, die ihr Vater ihr widersagt. Er will sie schnellst möglichst verheiraten und ihrem Wille nach Selbstbestimmung ein Ende setzen. Können wir uns überhaupt vorstellen, wie das Leben eines muslimischen Mädchens, wie ihr, aussieht?
    Portrait
    Man weiß sehr viel über die Sitten und muslimischen Gesetze, die damals geherrscht haben, und dass sie den Frauen kaum Freiheiten oder auch nur eine Mitbestimmung einräumten. Aber trotz aller Sitten, Gesetze und tobender Väter gab es weit öfter, als man sich das heute vorstellen mag, eigentlich streng verbotene Verbindungen zwischen MuslimINNEN und ChristEN (umgekehrt war es übrigens erlaubt). Gewiss gab es die nicht an jeder sprichwörtlichen "Ecke", aber es gab sie. Damit hat man schon einmal den äußeren Rahmen. Zum inneren Rahmen muss man sich vor Augen führen, dass es zu allen Zeiten junge Frauen gegeben hat, die sich gegen das "Althergebrachte" aufgelehnt haben. Nennen wir es "das Recht der Jugend". Und wenn so jemand einen ebenso impulsiven Charakter wie Zahra hat, dann kann das nur zu Konflikten führen. Vor diesem Hintergrund und angesichts der anderen Personen, die Zahra beeinflusst haben (wie ich es eben erklärt habe), finde ich Zahra von ihrer Denk- und Handlungsweise dann noch nicht einmal besonders modern, denn sie war damals eben in der Tat nicht die einzige Maurin, die sich aufgelehnt hat und schon gar nicht die einzige, die sich in einen Kastilier "verguckt" hatte.
  • Buch: Die Maurin

    Wenn wir sagen, die Protagonistin Zahra gerät in "Julia-und Romeo"-Manier zwischen die maurisch-kastilischen Fronten. Wären Sie mit diesem Vergleich einverstanden?
    Portrait
    Nein, damit wäre ich nicht einverstanden. Zwischen die Fronten gerät Zahra nämlich schon weit früher und einzig und allein wegen ihrer Herkunft, ihres Charakters und ihrer Art, die Dinge zu sehen. Ihr Vater ist ein hochstehender maurischer Adliger, ein enger Vertrauter des Emirs, ihre Mutter eine ehemalige Sklavin kastilischer Herkunft; Zahra selbst ist Hofdame und zunehmend auch Vertraute der Emirin Aischa. Zahra lebt und kennt von klein auf beide Welten, auch wenn ihre Mutter inzwischen aus Überzeugung zum Islam übergetreten ist. Auch durch Aischa kommt sie immer wieder mit beiden zunehmend verfeindeteren Welten in Kontakt, nicht zuletzt durch die Aufträge, die sie für die Emirin ausführen muss. Ihre Gefühle für einen "bestimmten" Kastilier (wir wollen hier ja nichts verraten!) sind also nicht der Auslöser der Konflikte, in die sie gerät.
  • Buch: Die Maurin

    Musste im Grunde nur ein Handlungsort gefunden werden oder wollten Sie auf bestimmte Begebenheiten aufmerksam machen?
    Portrait
    Ich wollte den Leser die gesamte Geschichte der letzten 15 Jahre der Reconquista an Hand des Lebens Zahra as-Sulamis erlebbar machen, und zwar sowohl, was die maurische, als auch was die christliche Seite angeht. Weder geografisch noch historisch habe ich etwas erfunden, sondern lange und sehr gründlich recherchiert und überdies zwei höchst kompetente Berater zur Seite gehabt: Prof. Dr. Jordi Aguadé von der Universität Cadiz und Laila, seine muslimische Frau. Das einzig Fiktive in dem Roman ist die Geschichte von Zahra und ihrer Familie, aber die ist zugleich so authentisch in ihrer Zeit verankert, dass sie wirklich passiert sein könnte. Mir war es wichtig zu zeigen, dass es in der Vergangenheit schon einmal Lösungen für das Zusammenleben von Christen, Muslimen und Juden gegeben hat – und welches Unheil über alle kam, als man davon abwich.
  • Buch: Die Maurin

    Wenn man am Löwenbrunnen in der Alhambra steht, lebt die Zeit der Kämpfe zwischen Mauren und Kastiliern wieder auf. Wodurch wurden Sie zu einem Roman über die historischen Ereignisse dort inspiriert?
    Portrait
    Die Mauren haben mich bei den Recherchen zu "Die Nonne mit dem Schwert" zu interessieren begonnen. In der Vorbereitungszeit zu der "Nonne" habe ich sehr viel und zunächst auch kreuz und quer über die spanische Geschichte gelesen und war so fasziniert von der Zeit der Reconquista, dass ich es hernach schade fand, dass Catalina de Erauso (eine wahre Figur), nicht in der Zeit der Mauren und der Katholischen Könige gelebt hat. Ich finde diese Epoche unglaublich spannend, und überdies ist sie durch die Auseinandersetzungen zwischen Muslimen und Christen sehr aktuell. Also entschied ich, dass ich zwei Romane schreiben "muss": erst die Nonne, dann die Maurin.
  • Persönliches

    Deutschland und Spanien im direkten Vergleich: Wo liegen die greifbaren Unterschiede zwischen ihrer Heimat und ihrer Wahlheimat?
    Portrait
    Wenn ich "gemein" wäre, würde ich jetzt mit der Sonne und dem Meer anfangen oder den milden Wintern, aber ich bin ja nicht gemein. Also rede ich lieber von etwas anderem, was ich in Spanien sehr schätze: die größere persönliche Freiheit und der entspannte Umgang miteinander. Fünf sind hier allemal noch eine ziemlich gerade Zahl; was nicht heute passiert, könnte ja immerhin noch morgen passieren und wenn nicht, geht die Welt auch nicht unter. Die Leute regen sich nicht so schnell auf. Sie lachen lieber, nehmen weder sich noch das Leben allzu ernst. Das empfinde ich als sehr angenehm.
  • Persönliches

    Geboren als Deutsche, in Spanien lebend, mit einem Franzosen verheiratet - ein wahrhaft europäisches Leben. Wie ist die Geschichte zu diesem Verlauf?
    Portrait
    Vor knapp 20 Jahren bin ich nach Spanien gezogen. Das war für mich ein Muss, seit ich mit meinen Eltern als 12-Jährige zum ersten Mal an der Costa Brava war. Irgendwie habe ich immer gedacht, DER Mann meines Lebens müsste zum einen Franzose sein (ich liebe die Sprache und das Land) und mir zum anderen eines Tages an meinem Lieblingsstrand über den Weg laufen. Und genau so war es dann auch! Übrigens war es sogar im wortwörtlichen Sinne ein "über den Weg laufen": Ich bin ihm (versehentlich!) auf die Strandschuhe getreten, als er aus dem Strandcafé herausging und ich hinein wollte. Daraufhin hat er mich angesehen und ich ihn ... und in dem Moment hat es bei uns beiden gefunkt.
  • Persönliches

    Es gibt schon viele beantwortete Fragen über die schreibende Lea Korte. Womit beschäftigen Sie sich, wenn Sie mal nicht schreiben?
    Portrait
    Ja, es gibt schon viele beantwortete Fragen – aber trotzdem ist jedes Interview wieder anders und diese Frage ist mir so auch noch nicht gestellt worden! Womit ich mich also beschäftige: Zum einen ist Schreiben und noch mehr das Schreiben historischer Romane eine sehr zeitintensive Angelegenheit, so dass man gut damit beraten ist, wenn der Beruf zugleich auch das Hobby ist – was bei mir der Fall ist. Ich lese auch privat sehr gern, interessiere mich (wen wundert es?) [lacht] für Geschichte, und wenn ich aus meinen Büchern herausschaue, dann verbringe ich meine Zeit am liebsten mit meiner Familie. Ich liebe Skat und Tischspiele, bei denen man mitdenken muss, spiele Klavier, gehe mit unserem Hund spazieren, und ich liebe es, im Meer schwimmen zu gehen! Für mich ersetzt ein Bad im Meer locker drei Stunden Yoga (das ich übrigens auch fast täglich mache). Das Meer ist für mich Entspannung pur: für die Augen und die Seele.
  • Persönliches

    Zum Schluss: Ihr bester Witz oder Sketch?
    Portrait
    ...würde kläglich versagen, wenn ich ihn jetzt hier hinschreiben würde. Da müssen Sie schon zu einem meiner Auftritte kommen. Übrigens wird es auch auf meinen Lesungen lustig zugehen, ein Comedian kann schließlich nicht aus seiner Haut.
  • Persönliches

    Verraten Sie uns denn Ihr Lebensmotto, also das Lebensmotto eines humorvollen Menschen mit durchaus ernsten Seiten?
    Portrait
    Das mit den klugen Sprüchen überlasse ich lieber Kerns Gegenspieler Tassilo, der kennt sich da viel besser aus. Ich will einfach, dass es mir und denen, die mir am Herzen liegen, gut geht.
  • Autorentätigkeit: Die Reinheit des Todes

    Julius Kern als Ermittlerfigur hat es ja nun nicht immer leicht gehabt - wie planen Sie seine Zukunft?
    Portrait
    Der arme Julius. Ja, der wird so schnell nicht zur Ruhe kommen. Sein Erzrivale wartet im Verborgenen auf eine Gelegenheit, wieder in sein Leben treten und seine Spielchen mit ihm treiben zu können. Außerdem wird Kern es auch weiterhin nicht leicht mit seiner Familie haben. Seiner Tochter steht die Pubertät bevor und dann taucht da auch noch eine ziemlich attraktive Frau auf. Aber mehr verrate ich nicht. ;-)
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