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Meine Meinung zum Buch
Anfangs ging ich davon aus, dass "Ich bin kein Serienkiller" von Dan Wells ein normaler Thriller ist und war schon vom Klappentext und vom Cover begeistert. Ungefähr bis Seite 120 schien mein Eindruck richtig zu sein, aber dann ging alles nur noch um Mr. Crowley, der ein Dämon war. Irgendwie schockte mich das ein bisschen, da ich das Buch nicht in das Horror-Genre eingeordnet hätte.
Davon mal abgesehen, waren die nächsten Seiten sehr langatmig, Johns ganzes Leben drehte sich nur noch, um die Observation vom Dämon. Das hätte man meiner Meinung nach ein bisschen kürzen können. Ich fand es auch schade, dass sich die Beziehung zwischen John und Brooke nicht irgendwie weiterentwickelt hat. Und sei es wenigstens in eine negative Richtung. Aber stattdessen, beobachtet er sie stundenlang und weiß Alles von ihr, unternimmt aber nichts (es wäre vielleicht doch spannend gewesen, wenn "das Monster" im Sinne von Brooke agiert hätte).
Ich muss jedoch sagen, dass mich das Finale doch gepackt und gefesselt hat. Es war spannend, einfallsreich und gut umgesetzt. Ich habe die letzten 100 Seiten mit einem Mal weggelesen.
Fazit
Im Endeffekt hatte ich mir mehr von dem Buch erwartet, dennoch war es kein purer Reinfall. Die Ironie (die leider fast nur am Anfang des Buches zu spüren war) und das packende Finale waren wirklich originell und deswegen bekommt das Buch von mir von 5 Sternen. Ich würde also sagen: Guter Durchschnitt mit einigen spannenden Stellen.
Ich habe dieses Buch als Hörbuch gehört. Am Sprecher Stefan Kaminski gibt es nichts auszusetzen, er liest das Buch flüssig und fesselnd mit passender (auch nicht übertriebender) Betonung einzelner Szenen und hat eine angenehme Stimme.
Die Handlung des Thrillers wird ausschließlich aus der Sicht des 15jährigen John erzählt. Der Schüler in einer US- (Klein-?)Stadt ist ein Einzelgänger und Soziopath. Er denkt, dass in ihm ein Serienkiller schlummert. Der intelligente Junge hat sich selbst Regeln für den Umgang mit anderen Menschen aufgestellt um zu verhindern, dass diese Veranlagung in ihm ausbricht. Er hat auch keine Mühe, die Kontrolle zu behalten, bis ein Mörder in der Stadt auftaucht. Durch seine Faszination für das Thema und dadurch, dass er im Bestattungshaus seiner Mutter einen Blick auf die Opfer werfen kann, erkennt er sehr viel früher als die Polizei, dass es sich um einen Serientäter handelt. Er will ihn aufspüren und zur Strecke bringen - aber das erweist sich als schwieriger als er es ich je hat vorstellen können, den dieser Killer ist kein Mensch.
Ich finde die Verbindung von Thriller und Mysteryelementen sehr gelungen. Die Probleme und Gedanken von John machen einen Großteil der Geschichte aus, ich würde das Buch also von der Gewichtung mehr als Psychothriller bezeichnen. Die Handlung ist aber auch sehr spannend, obwohl man recht früh erfährt, wer der Killer ist. Das Ende ist meiner Meinung nach ziemlich abrupt und unrealistisch. (Das Verhalten der Polizei zum Beispiel.)Die Charaktere sind interessant und der Schreibstil flüssig.
Im Normalfall geht es in Büchern über Serienkiller darum, einen solchen zu fassen. Interessanter wird es da schon, wenn es aus der Sicht eines Serienkillers geschrieben ist. Meist sind diese ja überzeugt von ihrem Tun. Ein ganz toller Einfall ist es wenn jemand merkt, dass er zu einem solchen Monster wird und versucht dagegen anzukämpfen. Etwas Vergleichbares ist mir eigentlich noch nie begegnet und deswegen ist das Buch in meine Wunschliste gewandert und als ich dann auch noch auf der Leipziger Buchmesse eine signierte Ausgabe entdeckte, musste ich das Buch natürlich sofort haben.
Zunächst einmal: Es ist eine Mogelpackung! Das Buch ist als "Thriller" betitelt, was er nur zum Teil ist und auch der Klappentext hält nur bedingt, was er verspricht. Dan Wells konnte sich anscheinend nicht entscheiden, was er nun veröffentlichen will. Es beginnt als Psychogramm eines geistig gestörten Jugendlichen, der sich bewusst ist, dass er ein Soziopath ist und keine Empathie empfinden kann. Deswegen ist er auch bei einem Psychiater in Behandlung und auch seine Mutter weiß von seinen seltsamen Neigungen. Ist dieser Anfang noch ganz interessant und konnten auch die Thriller-Elemente einigermaßen überzeugen, driftet die Geschichte nach einiger Zeit ab in einen schlechten, eintönigen und langatmigen Horrorroman. Mir ging es hier wie Marie und ich dachte anfangs, der Protagonist bildet sich das nur ein. Eigentlich sollte ich als Horrorfan ja einen Luftsprung machen, aber dieses Umschwenken von der einen auf die andere Sekunde von der Darstellung eines innerlich zerrissenen Jugendlichen in eine Dämonenjagd hat das Besondere an der Handlung zerstört.
Der Autor hat versucht, seine Hauptperson lebendig zu gestalten, aber meiner Meinung ist dies gründlich daneben gegangen. Ich konnte John weder Sympathie noch Antipathie entgegenbringen, er war mir ganz einfach gleichgültig. Sein gestörter Charakter und seine zweigespaltene Persönlichkeit kamen nicht so durch wie ich es mir gewünscht hätte und auch der Versuch, sarkastisch zu sein und John etwas schwarzen Humor einzuverleiben, ist misslungen.
Zudem hätte ich mir auf Grund der Thematik, dass der Protagonist besessen von Serienmördern ist, noch einige Querverweise mehr auf diese Menschen gewünscht.
Das Ende wiederum war dann ganz ok, wenn man das Buch "nur" als Spannungsroman betrachtet, und der Showdown hat schon eine kleine Gänsehaut erzeugt, was das Abdriften von "Ich bin kein Serienkiller" von "schlecht" in "grottenschlecht" gerade noch verhindert hat. Allerdings kann ich mir nicht vorstellen, dass die Polizei nicht noch ein bisschen genauer nachfrägt wenn man behauptet
Spoiler
der Killer war ein Dämon und hat sich nach dessen Tötung in seine Bestandteile aufgelöst
Ich kann mir nicht helfen, aber irgendwie kommt es mir auch so vor, als ob der überzeugte Mormone Dan Wells beabsichtigt hätte, nicht nur einen einfachen Roman zu schreiben, sonderen auch eine Message an den Leser rüberzubringen. Bei mir kam diese Pseudo-Selbsthilfe im Sinne von "Bezwinge deine Dämonen" aber überhaupt nicht an. Vielleicht sollte er zukünftig versuchen, in dieser Hinsicht kleinere Brötchen zu backen und sich für EIN Genre zu entscheiden und dieses lieber überzeugender vermitteln. Die angekündigte Fortsetzung "Mr. Monster" werde ich mir schenken, da ich den Langweiler John nicht nochmals einige Stunden begleiten werde.
Dean Koontz - Survivor-Die Überlebende Chris Carter - Der Kruzifix-Killer (Mini-Leserunde)
Allerdings kann ich mir nicht vorstellen, dass die Polizei nicht noch ein bisschen genauer nachfrägt wenn man behauptet
Spoiler
der Killer war ein Dämon und hat sich nach dessen Tötung in seine Bestandteile aufgelöst
Haben sie der Polizei nicht erzählt, dass
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der Killer abgehauen ist?
Nein, habe gerade nochmal nachgelesen:
Spoiler
"...darauf war es vor unseren Augen zu einer klebrigen schwarzen Masse zerschmolzen. Ich wusste nicht, ob sie uns glauben oder nicht, aber irgendwann waren sie alle zufrieden."
Dean Koontz - Survivor-Die Überlebende Chris Carter - Der Kruzifix-Killer (Mini-Leserunde)
eigentlich wurde mir dieses Buch als Thriller verkauft, und die Vorfreude auf den kleinen Psychopathen war enorm. Es war schnell klar, dass es sich hier doch eher um einen Fantasy-Thriller handelt, und da ich nicht wirklich der Fantasyfan bin wollte ich das Buch schon zur Seite legen!! Doch der einfache, fliessende Schreibstil hat mich zum weiterlesen verleitet. Vorüber ich froh bin, weil die Handlung immer spannender wurde und ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte. Die Geschichte und die Frage wird John gegen sein Monster ankämpfen, und den Mörder aufhalten können hat mich bis zum Ende richtig gefesselte!!
LG Alex
Bücher lesen heißt wandern gehen in ferne Welten, aus den Stuben über die Sterne
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