Kurzbeschreibung:
Nur wenige Bewohner einer Großstadt haben die verheerende Katastrophe überlebt, die fast die gesamte Menschheit ausgerottet hat. Verzweifelt, verwirrt und voller Fragen verschanzen sie sich in einem Universitätskomplex. Täglich müssen sie sich Tausender und Abertausender feindseliger Untoter erwehren, um ihre zerbrechliche Existenz zu sichern.
Dann taucht unverhofft eine Gruppe Soldaten auf. Gemischte Gefühle beschleichen die überlebenden Zivilisten: Verheißt das Militär Hoffnung und Antworten? Oder nur noch mehr Angst, Zwänge und Bedrängnis, als man ohnehin durch die Horden der wandelnden Toten ausgesetzt ist?
Eigene Meinung:
Eigentlich könnte ich hier fast den gleichen Text schreiben wie zum
ersten Teil: Beginn . War ich vom ersten Teil schon leicht enttäuscht, ist dieses Gefühl mit diesem zweiten Teil noch etwas verstärkt worden. "Beginn" hatte durchaus Potential und ich habe fest daran geglaubt, dass es noch besser wird, aber schon nach den ersten Seiten hat sich Ernüchterung bei mir breit gemacht. Ich habe auf eine direkte Fortsetzung gehofft, aber nein: Wir durchleben das Gleiche nochmals, nur diesmal nicht in einer Kleinstadt, sondern in einer Großstadt und aus der Sicht anderer Personen. Etwas wirklich neues, anderes erlebt man als Leser nicht. Etwa ab der Mitte des Buches treffen wir zwar endlich wieder auf die Altbekannten aus "Beginn" und die beiden Geschichten verzweigen sich langsam.
Im Grunde genommen kann man die Handlung der beiden Bücher in 20 Sekunden erzählen: bis auf wenige sterben alle Menschen innerhalb von Sekunden, die Überlebenden sammeln sich, die Toten stehen wieder auf und wandeln umher und trachten den Überlebenden nach einiger Zeit nach dem Leben, die Überlebenden suchen nach einem sicheren Ort. Ende. Mehr ist nicht passiert. Keine Hintergründe, keine Rückblenden, nichts und das finde ich sehr schade. Wenn man die Serie lesen will, könnte man den ersten Teil im Grunde genommen komplett weglassen und direkt mit Teil 2 beginnen. Man hätte wirklich nichts verpasst, da man den Beginn des Sterbens und die Entwicklung danach hier in fast der gleichen Form nochmals geboten bekommt.
Das unlogische Verhalten der Personen ist mir hier noch stärker aufgefallen. Beispiel: Ihr wollt irgendwo hingehen und das ALLEREINZIGE, was Ihr machen müsst, ist ganz leise zu sein. Sagt Ihr dann laut "Verdammte Scheisse" wenn Ihr versehentlich irgendwo drauftretet? Und das auch noch wenn Ihr als Elitesoldat ausgebildet seid? Ich denke nicht. Noch ein Beispiel weil ich gerade so schön drin bin: Würdet Ihr als Frau es "in Ordnung" finden, wenn sich nachts heimlich ein Mann an Euch pressen und dazu noch onanieren würde? Was, nicht? Wie gibt's denn sowas? Er war doch so einsam.
Die ganze Geschichte kommt einfach nicht voran, man möchte regelrecht anschieben, dass mal etwas passiert. Natürlich lebt das Buch auch von einer beklemmenden, angsterfüllenden Atmosphäre, aber deswegen muss wirklich nicht auf jeder Seite 2 Mal in verschiedenen Varianten erwähnt werden wie aussichtslos und sinnlos doch alles ist. Man hat es auch nicht leicht, die Hauptpersonen zu mögen. Sie bleiben sehr blass und austauschbar, kennzeichnende Charaktereigenschaften sind kaum vorhanden. Ein Gemeinschaftsgefühl kommt nicht zustande, so dass man vielleicht zumindest die Gruppe an sich sympathisch finden könnte. Innerhalb der Gruppe passiert auch nicht viel, nicht mal Auseinandersetzungen untereinander. Alles sehr emotionslos, die Leute sind bis zum Schluss per Sie. Wenn ich mit jemandem zusammen Zombies niedermetzeln würde, zu dem würde ich aber schon "Du" sagen.
So, genug gelästert. Im letzten Drittel wird nochmal richtig Gas gegeben und auch wenn es die Handlung nicht wirklich vorantreibt, ist die Flucht aus der Universität hervorragend gelungen und richtig spannend geworden, so dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte. Der Endteil hat das Buch gerade noch gerettet. Dieser (und der Aspekt, dass es um meine Lieblingshorrorfiguren ZOMBIES geht) ist dafür verantwortlich, dass ich "Herbst: Stadt" knappe, sehr sehr knappe

gebe. Wie schon beim Vorgänger gilt, auch mit einem Stern weniger in der Bewertung hätte ich beruhigt schlafen können.
Werde ich die Reihe weiterlesen? Wahrscheinlich ja. Denn: es geht um ZOMBIES.