Freitag, 3. September 2010, 01:49 UTC+2

Du bist nicht angemeldet.

  • Anmelden
  • Registrieren
Du suchst eine Buchvorstellung, eine Rezension oder eine Inhaltsangabe?
In unserem Bücher Forum findest Du Empfehlungen, Buchkritiken und Büchertipps zu den verschiedensten Bereichen, wie z.B. Krimi und Thriller, Humor, Satire oder Fantasy, sowie jeglicher Art von Roman und Bestseller. Neben Rezensionen gibt es auch nette Diskussionen und Plaudereien...
[...mehr erfahren]
 
Können über 8.200 Mitglieder mit über 620.000 Beiträgen irren?
 Virtuelles Bücherregal anlegen
 Kalender mit Lesungen deutschlandweit
 Persönliche Buchnachbarn aufspüren
...mehr Infos | Vorschau | Jetzt dabei sein!


Die Lebküchnerin
von Sybille Schrödter

Art: Broschiert

Verlag: Piper

ISBN-10: 3492254470
ISBN-13: 9783492254472

Termin: November 2009

Bewertung: [ Anzeigen ]
14 Buchbesitzer:
 
[ alle anzeigen ]


 

Beiträge: 7 227

Bevorzugte(s) Bücher-Genre: Biographie, History, Krimi/Thriller, Erzählung, (einige) Klassiker

1

Mittwoch, 14. Oktober 2009, 11:10

Sybille Schrödter: Die Lebküchnerin

Inhaltsangabe (amazon)

Nürnberg 1387 eine der blühendsten Städte des Mittelalters, doch ein
unwirtlicher Ort für eine junge Adelige, die gerade dem Kloster
entflohen ist. Ihr bleibt nur eines: Sie gibt sich als Schwester ihrer
Freundin aus, der ehemaligen Klosterköchin Agnes, und zieht zusammen
mit ihr ins Haus von Agnes Verlobtem, einem Bäcker. Das wiederum passt
dem künftigen Schwiegervater gar nicht, bis Benedicta ihm aus seinen
wirtschaftlichen Schwierigkeiten hilft. Ihr Geheimrezept für Lebkuchen,
das sie einst im Kloster entwickelte, rettet die Bäckerei. Mit dem
Erfolg ihrer köstlichen Benedicten-Lebkuchen macht sie sich jedoch auch
Feinde. Und erkennt beinahe zu spät, dass einer es gut mit ihr meint
... Sybille Schrödter zeichnet lebendig und historisch fundiert ein
farbenprächtiges Bild vom mittelalterlichen Nürnberg.

Autorin (Info im Buch)

Sybille Schrödter lebt als Autorin in Hamburg. Sie war Anwältin, Kabarettistin und Sängerin, ehe sie zum Schreiben kam. Von ihr erschienen unter anderem Erzählungen, Krimis wie "Das Engelstor zur Hölle" und unter dem Pseudonym Tiana Faber ihr erster historischer Roman "Die Tochter des Würfelspielers.

Meine Meinung
Nach dem Tod ihres Vaters wird die adelige Benedicta von der
Stiefmutter schnell in ein Kloster gebracht, damit sie nicht an das
väterliche Erbe gelangen kann, das die Stiefmutter für sich und ihren
leiblichen Sohn vorgesehen hat. Benedicta ist allerdings überhaupt
nicht zum Leben in stiller Kontemplation berufen und interessiert sich
mehr für das Leben außerhalb der Klostermauern. Auch innerhalb der
Klostermauern ist sie mehr an weltlichen Dingen wie der Herstellung
köstlicher Lebkuchen interessiert als am Gebet. Als sich die
Gelegenheit ergibt, flüchtet sie mit ihrer Freundin, der Köchin Agnes,
und einem jungen Fechtmeister, in den sie (zu diesem Zeitpunkt)
verliebt ist. Auf der Flucht vor geistlichen und weltlichen Häschern
erlebt sie jede Menge Abenteuer: Von Liebe über Intrigen bis zum Mord
ist alles dabei...

Dieser Roman strotzt vor Klischees, wie man sie heute bei vielen
historischen Romanen findet: einige Figuren sind durch und durch
schlecht, andere nahezu Lichtgestalten.Auch das Verhalten der Personen
ist manchmal zu theatralisch, wenn sich Tränenausbrüche und Ohnmachten
abwechseln. Im Verlauf der Handlung gibt es ein paar Ungereimtheiten
und ein wenig zuviele Zufälle.

Es gibt aber auch Positives zu vermerken: die Thematik der
mittelalterlichen Lebkuchenbäckerei ist noch nicht so abgegriffen und
wird im Roman auch sehr interessant dargestellt, wobei nicht nur das
Bäckerhandwerk und seine merkwürdigen Zunftregeln, sondern auch die
Tätigkeit der Gewürzhändler dem Leser nähergebracht werden.

Außerdem kann die Autorin flüssig und spannend erzählen, so dass ich das
Buch nicht aus der Hand legen wollte und quasi in einem Rutsch
durchgelesen habe.

Fazit: Dies ist kein besonders anspruchsvoller Roman. Trotz einiger
Kritikpunkte ist es jedoch ein unterhaltsamer Schmöker, genau das
Richtige für einen gemütlichen Leseabend auf dem Sofa an einem
stürmischen Herbsttag. :arrow: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:
Bücher sind Schiffe, welche die weiten Meere der Zeit durcheilen.
(Francis Bacon)
:study:
  • Zum Seitenanfang

Beiträge: 1 413

Geschlecht: Weiblich

Wohnort: Nürnberg

Bevorzugte(s) Bücher-Genre: Klassiker, Love & Romance, Fantasy, Krimi/Thriller, Erzählung, Kinder- & Jugendbuch

2

Mittwoch, 14. Oktober 2009, 14:09

Danke für die Rezension, €nigma! :)
Ich lese das Buch ja auch im Moment, und bisher kann ich mich deiner Meinung nur anschließen. Nicht sehr anspruchsvoll, die Charaktere haben irgendwie keine Tiefe, alles etwas klischeehaft. Dennoch lässt es sich flüssig lesen, und ich bin gespannt wie es weitergeht.
"Books line the walls like a thousand leather doorways to be opened into worlds unknown."
  • Zum Seitenanfang

Beiträge: 2 425

Geschlecht: Weiblich

Wohnort: Kurpfalz

Bevorzugte(s) Bücher-Genre: Erzählungen, Zeitgenössisches, History, Krimi

3

Samstag, 17. Oktober 2009, 22:22

Ich schließe mich €nigmas Rezi vollkommen an und auch mit der Bewertung liegen wir gleich.
Nach dem Tod des Vaters wird Benedicta von ihrer Stiefmutter Adelheid unfreiwillig ins Kloster gebracht. Dort träumt Benedicta vom Leben außerhalb der Klostermauern. Als sie den Fechtmeister Julian kennenlernt, verliebt sie sich, wird von einer Mitschwester beim Küssen erwischt und so bleibt ihr nur die Flucht, bei der ihr Geliebter von einer Armbrust verletzt wird. Zusammen mit ihrer Freundin Agnes, der Köchin des Klosters, suchen sie Unterschlupf bei deren Verlobten Anselm, einem Bäcker. Sie gibt sich für Agnes Schwester aus und hilft in der Bäckerei. Ihr Geheimrezept für Lebkuchen, das sie bereits im Kloster entwickelt hat, wird auch hier zum bekannten, begehrten Leckerbissen. Die Gewürze für diese Spezialität erhält sie von einem Kaufmann, der sich schnell als Bruder ihres geliebten Julian entpuppt und mit ihr das Geheimnis um ihre Person hütet. Doch bald überschlagen sich die Ereignisse und ihr Leben gerät in Gefahr......

Ein absolutes Schmökerbuch für verregnete Wochenende. Die Sprache ist leicht und munter, die Handlung durchaus spannend und das Verlangen nach Lebkuchen sollte man vielleicht schon vorher einplanen d. h. Lebkuchen in greifbarer Nähe halten. Meine Kritik gilt allerdings dem historischen Teil, der wohl eher im Hintergrund zu finden ist, während die Liebe in Verbindung mit Verrat, Hass, Neid und tödliche Gefahr den größten Teil der Geschichte ausmacht. Für geschichtlich Interessierte eher kein Muß, aber für alle anderen ein fesselndes Lesevergnügen.

Liebe Grüsse
Wirbelwind

:study: Eva Baronsky, Herr Mozart wacht auf
Bücher sind die Hüllen der Weisheit, bestickt mit den Perlen der Worte.
  • Zum Seitenanfang

Beiträge: 1 413

Geschlecht: Weiblich

Wohnort: Nürnberg

Bevorzugte(s) Bücher-Genre: Klassiker, Love & Romance, Fantasy, Krimi/Thriller, Erzählung, Kinder- & Jugendbuch

4

Sonntag, 18. Oktober 2009, 13:17

Vorgestern habe ich das Buch fertig gelesen, hier nun meine Rezension...

In Sybille Schrödters Historienroman „Die Lebküchnerin“ geht es um die junge Benedicta, die von ihrer Stiefmutter nach dem Tod ihres Vaters ins Kloster gegeben wird. Angeblich auf Wunsch ihres Vaters. Doch Benedicta weiß ganz genau, dass ihre böse Stiefmutter sie nur loswerden will. Benedicta wächst im Kloster zur jungen Frau heran, hat aber immer das Gefühl nicht hierher zu gehören. Den einzigen Trost findet sie in der Klosterköchin Agnes, die ihre beste Freundin wird. Um Abwechslung vom tristen Klosteralltag zu finden, bäckt Benedicta mit Agnes Lebkuchen nach eigenem Rezept, von deren überirdisch gutem Geschmack bald das ganze Kloster spricht. Benedicta findet auch bald Gefallen am Neffen der Priorin, Julian, was als Nonne natürlich tabu ist. Die Ereignisse überschlagen sich, als Benedicta mit Julian beim Küssen erwischt wird. Die beiden müssen auf der Stelle fliehen. Julian wird jedoch bei der Flucht verletzt, und Benedicta muss alleine mit Agnes nach Nürnberg weiterziehen. Als vermeintliche Schwester von Agnes versteckt sie sich bei Agnes’ Verlobtem Anselm, der Bäcker ist. Dort flammt Benedictas Liebe zum Lebkuchenbacken wieder auf. Ihre Lebkuchen scheinen nicht nur bei den Nonnen im Kloster gut anzukommen, sondern auch bei den Nürnbergern. Die bleibende Frage ist nur, ob es Benedicta schafft, sich ewig in der Bäckerstube vor ihren Verfolgern zu verstecken…und was ist mit ihrem geliebten Julian?

Die Autorin hat mit ihrem Roman ein schönes kurzweiliges Buch geschrieben, das wunderbar in die kalte Herbstzeit passt. Ihr Schreibstil ist leichte Kost, sie schreibt sehr locker und dennoch spannend. Die Geschichte ist in drei Teile gegliedert, wobei sich der erste Teil etwas gezogen hat. Doch spätestens im zweiten Teil, der nicht mehr im Kloster sondern in Nürnberg spielt, hat mich das Buch richtig gepackt. Trotz der eher einfachen Charaktere, denen leider manchmal etwas die Tiefe fehlt, wollte ich es bald nicht mehr zur Seite legen. Den dritten Teil habe ich dann in einem Rutsch durchgelesen, da man einfach wissen muss wie das Buch ausgeht.
Sybille Schrödters Bild vom mittelalterlichen Nürnberg hat mir gut gefallen, die Schauplätze waren mir alle bekannt, da ich ja aus der Nähe von Nürnberg stamme. Ich konnte mir die Umgebung wirklich bildlich vorstellen!
Besonders interessant fand ich auch die Umstände, unter denen Benedicta zur Erfindung des Lebkuchens kam, was mich das ein oder andere Mal zum Schmunzeln brachte.

Fazit: 4 Sterne! Ein Stern Abzug, da mir die Charaktere manchmal einfach zu platt vorkamen.
:bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:
"Books line the walls like a thousand leather doorways to be opened into worlds unknown."
  • Zum Seitenanfang

Beiträge: 2 052

Geschlecht: Weiblich

Bevorzugte(s) Bücher-Genre: ziemlich alles

5

Montag, 19. Oktober 2009, 18:46

Inhalt:

"Nürnberg 1387 eine der blühendsten Städte des Mittelalters, doch ein unwirtlicher Ort für eine junge Adelige, die gerade dem Kloster entflohen ist. Ihr bleibt nur eines: Sie gibt sich als Schwester ihrer Freundin aus, der ehemaligen Klosterköchin Agnes, und zieht zusammen mit ihr ins Haus von Agnes Verlobtem, einem Bäcker. Das wiederum passt dem künftigen Schwiegervater gar nicht, bis Benedicta ihm aus seinen wirtschaftlichen Schwierigkeiten hilft. Ihr Geheimrezept für Lebkuchen, das sie einst im Kloster entwickelte, rettet die Bäckerei. Mit dem Erfolg ihrer köstlichen Benedicten-Lebkuchen macht sie sich jedoch auch Feinde. Und erkennt beinahe zu spät, dass einer es gut mit ihr meint ... Sybille Schrödter zeichnet lebendig und historisch fundiert ein farbenprächtiges Bild vom mittelalterlichen Nürnberg."
Aufbau und Handlung:

Der Aufbau des Buches ist nicht schlecht gelungen. Es gibt viele kurze Kapitel, die insgesamt in drei Haupteile unterteilt sind. So kann man auch kurze Passagen lesen und ist nicht gezwungen erst weiß Gott wieviele Seiten zu lesen bis einem die Möglichkeit gegeben wird einen Stop einzulegen. Jedoch hat es mich sehr gestört, dass der Klappentext einen so viel vorweg nimmt. So kann in dem ersten Hauptteil (der rund 120 Seiten bestreitet) keinerlei Spannung entstehen, da man ja durch den Klappentext weiß, was geschehen wird. Denn von dem Schreibstil könnte Spannung entstehen, aber die wird einem ja somit völlig vorweg genommen. Die Charakteren werden sehr oberflächlich abgehandelt und auch das Verhalten (z.B. Die Freunde über die gebackenen Lebkuchen kommt immer und immer und immer wieder vor...) wird nicht neu gestaltet. Zudem nimmt man der Protagonistin nicht die Emotionen ab, die sie vorgibt zu haben. Genauso ist es aber auch bei all den anderen Figuren. Eine wirklich 'Nähe' kann man so nicht zu den Figuren aufbauen. Der Schreibstil ist recht einfach und flüssig geschrieben, sodass man das Buch in zügig durchlesen kann.

Meine Meinung:

Für mich ist das Buch "Die Lebküchnerin" ein einfacher Groschenroman, der nur auf mehr Seiten verpackt worden ist. Großer Kritikpunkt ist, wie oben angesprochen, dass einem ein großer Teil der Hanldung durch den Klappentext vorweg genommen wird. In Prinzip geht es nur um Liebe, Eifersucht, Rache und Tod. Typische Thematik und dann auch noch so aufgebaut, dass man sehr schnell alles durchschauen kann. Wer auf schnulzige und schwülztige Liebesromane steht, die zur früheren Zeit spielen, mag das Buch schön sein, aber mich konnte es nicht überzeugen. Ich war ehrlich gesagt froh, dass das Buch so einen flüssigen Schreibstil hatte, dass ich es schnell zu Ende lesen konnte. So viele Schicksalsschläge und vorallem Zufälle, wie sie in dieser Geschichte vorkommen, kann es gar nicht geben und macht das Buch leider, für meinen Geschmack, sehr unrealistisch.
Daher gibt es von mir: :bewertung1von5: :bewertung1von5:
~ Wer Schmetterlinge lachen hört, weiß, wie Wolken schmecken ~
  • Zum Seitenanfang

Beiträge: 7 227

Bevorzugte(s) Bücher-Genre: Biographie, History, Krimi/Thriller, Erzählung, (einige) Klassiker

6

Montag, 19. Oktober 2009, 19:00

Großer Kritikpunkt ist, wie oben angesprochen, dass einem ein großer Teil der Handlung durch den Klappentext vorweg genommen wird.


Das kann man zumindest nicht der Autorin zur Last legen.
Bücher sind Schiffe, welche die weiten Meere der Zeit durcheilen.
(Francis Bacon)
:study:
  • Zum Seitenanfang

Beiträge: 115

Geschlecht: Weiblich

Wohnort: Surwold

Bevorzugte(s) Bücher-Genre: quer Beet

7

Montag, 19. Oktober 2009, 21:30

Cinderella war gestern

Also heir meine Rezension :-)


Erwartet man von dem Roman "die Lebküchnerin" von Sybille Schrödter eine typische Cinderella Story, so wird man alsbald entäuscht.

Benedicta flüchtet nach langen unfreiwilligen Klosterjahren mit ihrer Freundin Agnes und ihrem vermeindlichen Mann des Herzens aus ihrem Kloster. Als Julian auf der Flucht verletzt wird, müssen die beiden Frauen allein weiter nach Nürnberg,zu Agnes Bräutigam reisen. Hier überschlagen sich die nicht immer positiven Ereignisse.

  Spoiler Spoiler

Man erwartet fortschreitend, dass Benedica und Julian, ihr einstiger Verehrer, wieder zu einanderfinden und sich alles zum Guten wendet. Dass sie sich letztendlich jedoch für Julians Bruder Konstantin entscheidet und nahezu alle für Benedicta wichtigen Charaktere den Tod finden zeigt, dass der Roman eben nicht den üblichen Klischees hinterherhinkt.


Der Roman umfasst meiner Ansicht nach das damalige Klosterleben recht gut. zwischen Moral und Lügen versucht die junge Nonne sich durch ihr geheimes Lebkuchenrezept selbst zu verwirklichen und verliert dabei aber nie ihre Reinheit und ihren Anstand.

Die Autorin scheint sich mit den geschichtlichen Hintergründen sehr gut auseinandergesetzt zu haben. So heißt der Roman zwar die Lebküchnerin, an einer Stelle im Roman macht Benedicta dem Leser deutlich, das es im mittelalterlichen Nürnberg eine Frau nie wirklich zu diesem Titel gebracht hätte.

So zeugt bereits der Titel von dem Wunsch Bendedictas sich zu entfalten und nicht länger von der Außenwelt abgeschottet zu leben.

Sprachlich ist der Roman eher einfach gehalten und ist deshalb ohne komplizierte Sachverhalte leicht wegzulesen.
-Lesen ist die schönste Art zu Träumen, Träumen ist die beste Art zu fliegen-
  • Zum Seitenanfang

Brigitte

Administratorin

Beiträge: 15 812

Geschlecht: Weiblich

Wohnort: Provincie Limburg/Nederland

Bevorzugte(s) Bücher-Genre: Krimi/ Thriller, History, Biografien, Erzählungen

8

Dienstag, 20. Oktober 2009, 14:25

@britta

Ich habe einen Teil deines Beitrages spoilern müssen, da du dort Dinge verrätst, die man vor der Lektüre des Buches (noch) nicht wissen will... :idea:

Gruss Brigitte :wink:
:study:"Im Sommer der Geheimnisse" Adéle Geras
  • Zum Seitenanfang

Beiträge: 2 052

Geschlecht: Weiblich

Bevorzugte(s) Bücher-Genre: ziemlich alles

9

Dienstag, 20. Oktober 2009, 16:38

Großer Kritikpunkt ist, wie oben angesprochen, dass einem ein großer Teil der Handlung durch den Klappentext vorweg genommen wird.


Das kann man zumindest nicht der Autorin zur Last legen.
Das stimmt wohl. Aber ich rezensiere ja nicht nur die Autorin, sondern auch die Aufmachung des Buches und ich finde es nicht gut, wenn durch den Klappentext schon die halbe Handlung preis gegeben wird.
~ Wer Schmetterlinge lachen hört, weiß, wie Wolken schmecken ~
  • Zum Seitenanfang

Beiträge: 115

Geschlecht: Weiblich

Wohnort: Surwold

Bevorzugte(s) Bücher-Genre: quer Beet

10

Mittwoch, 21. Oktober 2009, 13:38

oh, sorry da hatte ich nicht drüber nachgedacht, aber danke :-)
-Lesen ist die schönste Art zu Träumen, Träumen ist die beste Art zu fliegen-
  • Zum Seitenanfang

Beiträge: 11

Bevorzugte(s) Bücher-Genre: Belletristik, Krimis

11

Sonntag, 25. Oktober 2009, 13:00

Sybille Schrödter - Die Lebküchnerin

Lebkuchen zur Adventszeit

Nürnberg 1387: Agnes und Benedicta leben unfreiwillig im Kloster Engelthal, dem der Ruf voran eilt, ein Ort der wahrhaftigen Engel zu sein. Gebete, Gebote, Verbote, Demut und Unterwerfung werden von den Nonnen verlangt. Beide sehnen sich nach der Welt außerhalb der Klostermauern.
Julian, der Neffe der Priorin, begegnet bei seinen häufigen Besuchen im Kloster Benedicta, und beide empfinden sofort gegenseitige Zuneigung. Nun ist es um Benedicta geschehen. Sie will raus aus diesem Gefängnis. Doch sie ist Nonne, sie hat einen heiligen Eid geschworen ...
Alljährlich zur Fastenzeit backt das Nürnberger Predigerkloster Pfefferkuchen. Da aber das gesamte Küchenpersonal erkrankt ist, soll nun das Kloster Engelthal einspringen.
Hier kommt die große Chance für Benedicta und Agnes: Sie kennen ein Lebkuchenrezept. Damit gewinnen sie allgemeine Anerkennung.
Julian und Benedicta gestehen ihre Liebe der Priorin. Sie hilft ihnen zu einem neuen Leben außerhalb der Klostermauern. Doch leicht ist das Leben wahrhaftig nicht. Viele unerwartete Ereignisse brechen über Benedicta und Agnes herein ...
Für den Leser entwickelt sich das alles fesselnd und unterhaltsam zugleich.
Die Erzählweise ist locker, klar und leicht verständlich. Manche Passagen sind amüsant und humorvoll. Worte aus dem Mittelalter, z. B. "Zelter" für "Pferd", vermitteln dem Leser den Zeitgeist. Der Handlungsverlauf fließt schnell. Immer neue, z. T. völlig unerwartete Handlungsperspektiven spulen sich ab. Langatmige detaillierte Ortsbeschreibungen fehlen völlig. Die vielen Dialoge - manche sind spitz und schnippisch - treiben das Geschehen vorwärts. Man will dran bleiben. Zusätzlich hat die Autorin Sybille Schrödter manchen Personen einen Schleier unausgesprochener Geheimnisse übergeworfen. Die Neugierde ist geweckt.
"Die Lebküchnerin" ist ein ansprechender, netter, unterhaltsamer Roman - ganz passend zur Vorweihnachtszeit.
  • Zum Seitenanfang

Beiträge: 6

Wohnort: Wiesbaden

Bevorzugte(s) Bücher-Genre: Fantasy, Belletristik, Erzählung, Science Fiction

12

Montag, 26. Oktober 2009, 12:34

Mit Lebkuchen aus der Krise

Mit dem Prolog, in dem Benedicta von ihrer bösen, habgierigen Stiefmutter (wir sind ja im märchenhaften Mittelalter, klar?!) im Kloster abgeliefert wird, ahnt man schon, was kommt, und so ist es auch: das eigenwillige Mädchen schert sich nicht um Nonnentracht und Keuschheitsgelübde und schäkert munter mit dem feschen Fechtmeister, der die Äbtissin öfter mal besuchen kommt. Klar, dass das freche hübsche Mädchen sich damit bei so mancher fiesen Nonne unbeliebt macht und Ärger einhandelt. Doch dank ihres wundersam unerschütterlichen Selbstbewusstseins und einiger glücklicher Zufälle wird sie natürlich spielend mit allem fertig. Allzu vorhersehbar verläuft die Geschichte in der ersten Hälfte dank stereotyper Charaktere. In der zweiten Hälfte, mit Benedictas’ und Agnes’ Ankunft in Nürnberg, bekommt die Geschichte endlich etwas Würze durch die Beschreibungen des mittelalterlichen städtischen Treibens und der Zünfte und zum Ende hin auch durch einige Krimie-Einlagen. Allerdings fallen die historischen Beschreibungen sehr knapp aus und sind auf das allernötigste reduziert. Es fällt mir daher schwer, das Buch wirklich als historischen Roman zu sehen. Das mittelalterliche Nürnberg dient lediglich als Kulisse für eine seichte Liebesgeschichte mit Krimidramatik, ohne jeden Anspruch und mit platten Dialogen. Die vorwitzige und unerklärlicherweise stets von sich selbst überzeugte Benedicta fand ich etwas nervig, auch die anderen Figuren sind stark überzeichnet, entweder abgrundtief schlecht oder engelhaft edel. Nicht selten wechselt auch mal eine Figur überraschend wankelmütig die Seiten oder seine Motive, was angesichts der auch sonst recht unglaubwürdigen Handlung dann auch nicht so sehr ins Gewicht fällt.
Die Verse aus dem 19. und 18. Jahrhundert zu Beginn der beiden Buchteile fand ich etwas deplaziert in einem Roman, der im 14. Jahrhundert spielt. Hatten die Minnesänger des deutschen Mittelalters denn nichts Passendes zu bieten?
Aber ich muss zugeben, dass das Buch mit seinen Beschreibungen der verschiedenen Gewürze und Backstubenstimmung mir Lust auf Lebkuchen gemacht hat, die ich eigentlich gar nicht so mag. Insofern muss ich gestehen, dass Sybille Schrödter durchaus schafft, vorweihnachtliche Stimmung zu verbreiten. Schade, dass diese Art der Frauen-Romane so absolut gar nicht mein Genre ist.

Fazit
Seichter Unterhaltungsroman in historischer Kulisse für anspruchslose Frauen. Männer dürften schon allein von den „herzergreifenden“ Liebeswirren und den dämlichen aber auch mal feschen Männerfiguren abgeschreckt sein. Ganz nett zum Zeitvertreib auf einer Reise oder an ein paar gemütlichen Abenden. Wer gern authentische historische Romane liest wird von diesem Buch enttäuscht sein.

:bewertung1von5: :bewertung1von5:
"The difference between fiction and reality? Fiction has to make sense."
Tom Clancy
  • Zum Seitenanfang

Beiträge: 1 129

Geschlecht: Weiblich

Wohnort: Anzio (bei Rom)

Bevorzugte(s) Bücher-Genre: Klassiker, zeitgenössische Literatur, Krimis, Lyrik, (Auto)Biographien und Tagebücher

13

Montag, 26. Oktober 2009, 13:12

Seichter Unterhaltungsroman in historischer Kulisse für anspruchslose Frauen.


@ campsy: Du meinst also, dass Frauen, die anspruchslose Bücher lesen, auch sonst anspruchslos sind? :loool:
Ansonsten bestätigt Dein Beitrag mich in meiner Abneigung gegen diese Art von Büchern.

Gruß
mofre
Ich lese gerade

Dumme Gedanken hat jeder, aber der Weise verschweigt sie (Wilhelm Busch)
  • Zum Seitenanfang

Beiträge: 8 288

Geschlecht: Weiblich

Wohnort: Rheinland-Pfalz

Bevorzugte(s) Bücher-Genre: Alltagsgeschichten, Erzählungen, Krimis

14

Dienstag, 27. Oktober 2009, 11:43

Backende Lebensbewältigung

Am Anfang steht das beliebte Volksmärchen-Motiv von der bösen Stiefmutter, die das arme unschuldige Waisenkind, für das sie verantwortlich ist, aus dem Haus jagt. In diesem Fall nicht in den dunklen Wald, sondern in ein Kloster, wo es zwar nicht von wilden Tieren, sondern von fiesen Mitschwestern bedroht wird. Wie gut, dass der Prinz schon vor den Toren steht.

Dass Benedicta zusammen mit ihrer Freundin, dem Küchenmädchen Agnes, fliehen kann, erzählt schon der Klappentext. Gemeinsam trotzden die beiden Gefahren und meistern Abenteuer: Ein Problem taucht auf, es folgen lange Diskussionen und Dialoge, dann wird der Gegner einsichtig oder ein Zufall springt zur Hilfe oder ein männlicher Retter bietet sich an. Das Problem ist weg. Dieses Thema und das Vorgehen der Autorin damit wiederholt sich ein paar dutzend Mal in jeweils unterschiedlicher Länge, angefangen vom Passieren des Stadttores über den Einzug in die Bäckerei bis zu diversen Intrigen.
Auch Schicksalsschläge werden schnell bewältigt: Tränen, bittere Selbstvorwürfe, gelegentlich eine Ohnmacht, dann ist man drüber weg.

Die Szenerie zeichnet das für dieses Genre übliche bunte Stadtbild, das Treiben auf den Märkten, die kleinen Häuschen und die herrschaftlichen Häuser, die Zünfte mit ihren strengen Regeln, Handwerker und Händler, Gefängniswärter und Büttel.
Alle Personen sind entweder gut oder schlecht, einige machen eine für den Leser nicht nachvollziehbare Kehrtwendung von böse zu gut. Keine Entwicklung dagegen macht die Protagonistin Benedicta. Ihr sprunghaftes Wesen und ihr bisweilen dämliches Verhalten ziehen sich von der ersten bis zur letzten Zeile.
Ein Roman, der sich nicht nur durch die -in-Endung im Titel in die Reihe gleichartiger History-Märchen einfügt. Schnell und mühelos gelesen werde ich ihn vermutlich ebenso schnell und mühelos vergessen.

Marie

Zumindest kann mir das Buch guten Lesestoff verschaffen: Gestern abend bei TT eingestellt, heute morgen weg.
ich lese gerade

Wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich (Nietzsche)
  • Zum Seitenanfang

Beiträge: 7 227

Bevorzugte(s) Bücher-Genre: Biographie, History, Krimi/Thriller, Erzählung, (einige) Klassiker

15

Dienstag, 27. Oktober 2009, 11:51

Backende Lebensbewältigung


Coole Überschrift... 8)
Bücher sind Schiffe, welche die weiten Meere der Zeit durcheilen.
(Francis Bacon)
:study:
  • Zum Seitenanfang

Beiträge: 2 425

Geschlecht: Weiblich

Wohnort: Kurpfalz

Bevorzugte(s) Bücher-Genre: Erzählungen, Zeitgenössisches, History, Krimi

16

Dienstag, 27. Oktober 2009, 13:00

Ihr erlaubt, dass ich mich in den Kreis der Lächler hinzugeselle. Nun habe ich versucht meinen Kommentar so vorsichtig und freundlich zu schreiben wie möglich, aber Marie bringt es wie immer auf den Punkt. :lol:



Und die Aussage, Frauen die dieses anspruchslose Buch lesen, sind auch Im Leben anspruchslos :loool: . das würde ich nicht unterschreiben.

Liebe Grüsse

Wirbelwind



:study: Ella Theiss, Die Spucke des Teufels
Bücher sind die Hüllen der Weisheit, bestickt mit den Perlen der Worte.
  • Zum Seitenanfang

Beiträge: 7 227

Bevorzugte(s) Bücher-Genre: Biographie, History, Krimi/Thriller, Erzählung, (einige) Klassiker

17

Dienstag, 27. Oktober 2009, 13:15

Und die Aussage, Frauen die dieses anspruchslose Buch lesen, sind auch Im Leben anspruchslos :loool: . das würde ich nicht unterschreiben.


Dagegen verwahre ich mich auch entschieden! :mrgreen: Ich hätte mir dieses Buch nicht gekauft, aber wenn man es umsonst bekommt, ist es doch gut. Und unterhaltsam war es jedenfalls.
Bücher sind Schiffe, welche die weiten Meere der Zeit durcheilen.
(Francis Bacon)
:study:
  • Zum Seitenanfang

Beiträge: 8 288

Geschlecht: Weiblich

Wohnort: Rheinland-Pfalz

Bevorzugte(s) Bücher-Genre: Alltagsgeschichten, Erzählungen, Krimis

18

Dienstag, 27. Oktober 2009, 19:08

Danke. :uups: Nach Ärger mit Mann und Katze haben mir Eure Komplimente zumindest den Abend versüßt.

anspruchslose Frauen

Dagegen verwahre ich mich auch entschieden!

A priori scheint also "der Mann an sich" nicht anspruchslos sein zu können, weil er das Buch sowieso nicht liest?!? :shock:

topic:
Mich wundert, dass soviele Leser des Buches Appetit auf Lebkuchen bekommen. Ich nicht. Obwohl ich sie kiloweise essen könnte und jedes Jahr eisern mit meinem altmodischen Standpunkt, Lebkuchen erst ab November zu kaufen, festhalte. Ich hatte erwartet, dass das Buch mich ins nächste Geschäft treiben würde, um mich in die Weihnachtssüßigkeiten zu stürzen.
Bücher, in denen Geschmacks- oder Geruchsinn angesprochen werden, möchte ich riechen oder schmecken können (vgl. "Das Parfüm"). Funktionierte hier nicht. :x
ich lese gerade

Wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich (Nietzsche)
  • Zum Seitenanfang

Beiträge: 7 227

Bevorzugte(s) Bücher-Genre: Biographie, History, Krimi/Thriller, Erzählung, (einige) Klassiker

19

Dienstag, 27. Oktober 2009, 19:16

dass soviele Leser des Buches Appetit auf Lebkuchen bekommen. Ich nicht.


Ich auch nicht. Allerdings bin ich auch kein besonderer Fan von Lebkuchen.
Vor November werden bei uns auch keine Lebkuchen gekauft, selbst wenn sie einen schon Ende August aus den Supermarktregalen angrinsen.
Bücher sind Schiffe, welche die weiten Meere der Zeit durcheilen.
(Francis Bacon)
:study:
  • Zum Seitenanfang

Beiträge: 2 425

Geschlecht: Weiblich

Wohnort: Kurpfalz

Bevorzugte(s) Bücher-Genre: Erzählungen, Zeitgenössisches, History, Krimi

20

Dienstag, 27. Oktober 2009, 21:08

Es gehört nicht viel dazu mich für Lebkuchen zu begeistern, müssen aber nicht unbedingt die vom Kloster sein, wo bereits Honig eine Besonderheit ist.

Wenn's nach mir ginge gäbe es sie auch erst in der Vorweihnachtszeit, aber mein GG genießt sie jetzt schon und Marzipankartoffel, Dominosteine etc. Doch das hat auch Vorteile, denn bald hat er keine Lust mehr drauf und stürzt sich nur noch auf das Selbstgebackene - in Grenzen versteht sich.



Liebe Grüsse

Wirbelwind



:study: Ella Theiss, Die Spucke des Teufels
Bücher sind die Hüllen der Weisheit, bestickt mit den Perlen der Worte.
  • Zum Seitenanfang

Keine Buchkritik oder Inhaltsangabe zu Deinem Buch gefunden?
Dann verfasse doch einfach eine eigene Buchvorstellung oder Rezension. In unserem Bücher Forum findet man u.a. Bestseller und manchmal sogar eine entsprechende Leseprobe und Zusammenfassung. Wir freuen uns auf Deinen Besuch!
[...mehr erfahren]
 
Können über 8.200 Mitglieder mit über 620.000 Beiträgen irren?
 Virtuelles Bücherregal anlegen
 Kalender mit Lesungen deutschlandweit
 Persönliche Buchnachbarn aufspüren
...mehr Infos | Vorschau | Jetzt dabei sein!
Du willst uns unterstützen?
Amazon-Einkauf...
...für dich = Provision für uns.
Spenden...
...nach Herzenslust versenden.
Weltbild-Einkauf
...für dich = Provision für uns.