Science Fiction ist absolut nicht mein Genre. Das ist ein Grund, warum dieses Buch sehr lange auf meinem SUB vegetierte. Manch positive Buchbesprechungen, auch hier im Büchertreff, machten mich nun doch auf das Buch aufmerksam und ich bereue es nicht. Anfangs fiel es mir schwer, die Science-Fiction-Elemente als „gegeben“ hinzunehmen, nicht zu hinterfragen. Da tun sich geübte SF-Leser wahrscheinlich leichter. Doch wenn man sich u.a. an automatisierte Spürhunde und menschenjagende Maschinen gewöhnt hat, kann man sich richtig auf das Buch einlassen.
Bemerkenswert finde ich die Tatsache, dass dieses Buch im Jahr 1953 erstmals erschienen ist. Es drängt sich natürlich die Frage auf, inwieweit sich diese Utopie bereits bewahrheitet hat, und die Antwort ist eigentlich eine beängstigende. Das Fernsehen hat in der Tat die Bücher verdrängt (zum Glück nicht ganz), leinwandgroße Fernsehwände in den Wohnzimmern mit 24-Stunden-Berieselung sind auch keine Utopie mehr. Erwähnenswert sei vielleicht auch, dass diese Form des "totalitären Staates" nicht nach "Big-Brother-Manier" entstanden ist, sondern sich in der Gesellschaft entwickelt hat, aus Bequemlichkeit, aus Langeweile, aus Faulheit.
Ansonsten kann ich mich dem Kommentar von Musikzimmer vollinhaltlich anschließen:
Genau daraus erschließt sich m.E. auch die Hoffnung der Wartenden - auf diesen Prozess in den Menschen; auch denen, die heute noch ihre Feinde sind. Für mich war das (mit) der interessanteste Aspekt im Buch: dieses heimliche Streben des Menschen, die Neugierde - die auch in finstersten Zeit nicht gänzlich vernichtet werden kann. Sozusagen die Unvereinbarkeit menschlichen Seins mit diktatorischem.
Ich hätte mir allerdings auch eine etwas "längere" Fassung gewünscht, das Buch ist sehr kurz und prägnant gehalten, vieles lässt sich nur im Hintergrund erahnen. Trotzdem sehr, sehr lesenwert!!