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Die Stunde, in der ich zu glauben begann
von Wally Lamb (Übersetzer: Charlotte Breuer)

Art: Gebundene Ausgabe

Verlag: Pendo

ISBN-10: 3866122063
ISBN-13: 9783866122062

Termin: März 2009

Bewertung: [ Anzeigen ]
12 Buchbesitzer:
 
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Beiträge: 1 816

Bevorzugte(s) Bücher-Genre: querbeet

1

Sonntag, 18. Januar 2009, 14:49

Wally Lamb - Die Stunde, in der ich zu glauben begann

Inhalt: (Klappentext)
Erst vor kurzem sind Caelum Quirk und seine Frau Maureen nach Colorado gezogen. Doch was ein Neubeginn für ihre Ehe sein sollte, findet kurz darauf durch den Amoklauf an der Columbine Highschool ein abruptes Ende. Mitten in dem blutigen Massaker: Maureen, die den Anschlag stundenlang versteckt in einem Wandschrank überlebt. Traumatisiert flüchtet sie in eine eigene Welt. Ohnmächtig muss Caelum zusehen, wie seine Frau ihm immer mehr entgleitet. Bis das Ungeheuerliche passiert: Betäubt von Medikamenten, die ihren Schmerz lindern sollen, wird Maureen schuldig am Tod eines Jungen - und landet just in jenem Gefängnis, das Caelums Großmutter knapp hundert Jahre zuvor als erstes Frauengefängnis des Landes begründete.
Für Caelum schließt sich auf fatale Weise ein Kreis:
Will er Maureen und seine Liebe zu ihr retten, muss er sich endlich der Geschichte seiner Familie stellen und jenes dunkle Rätsel seiner Herkunft lösen, vor dem die starken Frauen seiner Familie ihn stets zu schützen versuchten. Es ist ein schmerzlicher Prozess, der Caelum zwingt, auch den eigenen Schwächen und Fehlern ins Auge zu blicken - und der seinen Glauben an sich selbst und an alle bisherigen Gewissheiten seines Lebens tief erschüttert.

Autor:
Wally Lamb, geb. 1950, wurde durch seine beiden Roman "Die Musik der Wale"(1998) und "Früh am Morgen beginnt die Nacht"(1999), die in 15 Ländern erschienen, auch bei uns zum Bestseller-Autor. Bis lange nach seinem ersten Überraschungserfolg war Wally Lamb als Englischlehrer an einer Highschool an der Ostküste der USA tätig. Seit einigen Jahren gibt er in einem Frauengefängnis in der Nähe seines Wohnortes Kurse in Creative Writing und setzt sich auch politisch für eine Verbesserung der Bedingungen der Gefangenen ein. Wally Lamb hat drei erwachsene Söhne und lebt mit seiner Frau in Connecticut, USA.

Meine Meinung:

Das Buch fängt mit einem Vorwort über die demenzkranke, jetzt verstorbene Mutter an, was mir schon gut gefallen hat.
Caelum und seine Frau Maureen wollen einen Neubeginn starten - ihre Ehe
ist in eine Krise geraten. Aus diesem Grunde ziehen sie nach Colorado.
Caelum erzählt aus seiner Vergangenheit, wie seine Frau fremdgegangen
ist, wie er agressiv wurde und viel auch aus seiner Kindheit und von
seinen Vorfahren.
Maureen ist dabei, wie zwei Schüler auf der Columbine Schule Amok
laufen - seitdem leidet sie unter flashbacks, Angstzuständen und
Schmerzen. Sie kann nicht mehr arbeiten und muss zur Psychologin .
Durch die Tabletten, die sie nimmt, wird sie tablettenabhängig. Caelum
versucht ihr zu helfen, kommt aber nicht so richtig an sie ran. Er muss
sich gestehen, dass der Amoklauf Maureens und sein Leben völlig
umgekrempelt hat.
Als es Maureen wieder ein wenig besser geht, fängt sie wieder an zu
arbeiten - kommt dort aber leider mit Tabletten in Berührung. Als
Maureen unter Medikamenteneinfluss einen jungen Mann überfährt, muss
sie eine Haftstrafe absitzen. Caelum besucht sie, wenn auch
unregelmässig. Ihr Verhältnis ist gestört.

Man erfährt sehr viel über menschliche Abgründe, die Beweggründe, warum
man so handelt und wie es das Leben beeinflusst. Die Familiengeschichte
der Quirks wird in Rückblicken, Briefen und Zeitungsartikeln aufgerollt
- manchmal ist es zu ausschweifend. Es sind einige Schicksalsschläge,
die die Familie Quirk zu verarbeiten hat - man könnte auf den Gedanken
kommen, ob es nicht gar zu viele Schicksalsschläge sind.
Die Protagonisten haben Stärken und Schwächen, man kann mit ihnen mitfühlen.

Die Gestaltung des Covers hat mich angesprochen, den Buchtitel hätte ich mir anders gewünscht.
Das Buch ist stellenweise zu ausschweifend - aber insgesamt doch lesenswert.
Jeder trägt die Vergangenheit in sich eingeschlossen wie die Seiten eines Buches, das er auswendig kennt und von dem seine Freunde nur den Titel lesen können. (Virginia Woolf)

:study: Alina Bronsky - Die schärfsten Gerichte...
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2

Sonntag, 18. Januar 2009, 15:04

Vielen Dank, @ Conor.
Nachdem ich "Die Musik der Wale" und "Früh am Morgen beginnt die Nacht" gelesen habe und beide gut, bzw. sehr gut fand, kommt dieses Buch auch auf meine Wunschliste. Was den Titel angeht, gebe ich Dir recht. Er passt eher zu schicksalhaften Betroffenheitsbüchern. Wie lautet der Originaltitel?

(Du hast übrigens in der Überschrift das -y beim Vornamen des Autors vergessen.)

Marie
ich lese gerade

Wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich (Nietzsche)
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3

Sonntag, 18. Januar 2009, 15:21

(Du hast übrigens in der Überschrift das -y beim Vornamen des Autors vergessen.)


Ich hab's verbessert... :wink:
:study:"Im Sommer der Geheimnisse" Adéle Geras
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4

Sonntag, 18. Januar 2009, 16:09

Ich glaube dies ist der Originaltitel
"The Hour I First Believed"
Mara
Ich bin alt genug, um zu tun, was ich will und jung genug, um daran Spaß zu haben. :bounce:
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5

Sonntag, 18. Januar 2009, 16:28

Bei Amazon ist das Original im Taschenbuch derzeit nur vorbestellbar.
Ich schlage aber direkt zu, wenn es erhältlich ist, weil ich die beiden
Vorgänger geliebt habe!
"Outside of a dog, a book is man's best friend. Inside of a dog, it is too dark to read."
- Groucho Marx
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6

Sonntag, 18. Januar 2009, 21:00

Danke für diese Rezi! Ich habe "Früh am Morgen beginnt die Nacht" gelesen. Es ging mir sehr unter die Haut! Als ich es in der Bücherei als Hörbuch erwischte, konnte ich es im Auto noch einmal anhören. Das Thema "Leben als Kreislauf", Schuld und Schicksalsschläge scheint auch hier wieder aufzutreten.
Ich freu mich drauf und ab damit auf die Wunschliste :winken:
"Wie wenig du gelesen hast, wie wenig du kennst - aber vom Zufall des Gelesenen hängt es ab, was du bist." Elias Canetti
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7

Montag, 19. Januar 2009, 11:39

Die Stunde in der ich zu glauben begann von Wally Lamb



Der Autor: Wally Lamb,geboren 1950, wurde durch seine beiden Romane "Die Musik der Wale" und "Früh am Morgen beginnt die Nacht", die in 15 Ländern erschienen, auch bei uns zum Bestseller-Autor.Bis lange nach seinem ersten Überraschungserfolg war Wally Lamb als Englischlehrer an einer Highschool an der Ostküste der USA tätig. Seit einigen Jahren gibt er in einem Frauengefängnis in der Nähe seines Wohnorts Kurse in Creativ Writing und setzt sich auch politisch für eine Verbesserung der Bedingungen der Gefangenen ein.Wally Lamb het drei erwachsene Söhne und lebt mit seiner Frau in Connecticut,USA.



Der Klappentext: Erst vor kurzem sind Caelum Quirk und seine Frau Maureen nach Colorado gezogen. Doch was ein Neubeginn für ihre Ehe sein sollte, findet kurz darauf durch den Amoklauf an der Columbine Highschool ein abruptes Ende. Mitten in dem blutigen Massaker: Maureen die den Anschlag stundenlang versteckt in einem Wandschrank überlebt. Traumatisiert flüchtet sie in eine eigene Welt. Ohnmächtig muß Caelum zusehen, wie seine Frau ihm immer mehr entgleitet. Bis das ungeheuerliche geschieht, Betäubt von Medikamenten, die ihren Schmerz lindern sollen, wird Maureen schuldig am Tod eines Jungen-und landet just in jenem Gefängnis, dass Caelums Großmutter knapp hundert Jahre zuvor als erstes Frauengefängnis des Landes begründete. Für Caelum schließt sich auf brutale Weise ein Kreis: Will er Maureen und seine Liebe zu ihr retten,muß er sich endlich der geschichte seiner Familie stellen, und jenes dunkle Rätsel seiner Herkunft lösen, vor dem die starken Frauen seiner Familie ihn stets zu schützen versuchten. Es ist ein schmerzlicher Prozess, der Caelum zwingt, auch den eigenen Fehlern und Schwächen ins Auge zu blicken-und der seinen Glauben an sich selbst und an alle bisherigen Gewissheitenseines Lebens tief erschüttert. Bis ihn ein mutiger Schritt, der die Vergangenheit mit der Zukunft versöhnt, erlöst...



Meine Meinung: Das Buch ist sehr gut geschrieben. Was mich ein bißchen gestört hat, waren die Rückblicke in die Vergangenheit, für mich waren sie stellenweise sehr langatmig beschrieben. In diesem Buch gibt es sehr viele Personen, so dass ich mich manchmal gefragt habe, wer war das jetzt wieder? Das hat mich manchmal sehr verwirrt.

Wally Lamb greift wahre Begebenheiten auf, die uns Menschensehr erschüttert haben.

Es fängt an mit dem Amoklauf vom 20.April1999 an der Columbine Highschool in Amerika, als Eric Harris und Dylan Kleboldt, Schüler und Lehrer wahllos nacheinander töteten, und alle fassungslos waren, und sich fragten, wie so etwas geschehen konnte. Der Hauptprotagonist Caelum Quirk,ein Lehrer an der Columbine High, der nicht persönlich bei dem Schulmassaker dabei war, sonder seine Frau, die dort Schulkrankenschwester war, kümmert sich um die Opfer, tröstet und beträut sie. Immer wieder mußte er seine Frau Maureen auffangen, die es Zeit ihres Lebens nicht geschafft hat zu verarbeiten, was an jenem 20.April1999 geschah. Daran ging sie zu Grunde, wurde Medikamenten abhängig und überfuhr einen Jungen ein paar Jahre später im Drogenrausch, wofür sie 5 Jahre Gefängnishaft bekam, so weitreichen war die Tat von Harris und Kleboldt.

Weiter geht es mit dem furchtbaren Irak Krieg, den Osama Bin Laden, mit dem Angriff auf das World Trade Center ausgelöst hat.Dann schickte Bush die Soldaten in den Krieg, die zurück kamen und an Körper und Seele gbrochen und verstümmelt waren.

Nun wird der Hurrkan Katrina von ihm aufgegriffen, der fast allen Menschen die dort gelebt haben, ihr zu Hause nahm, ihre Existenz, , und nichts mehr überlies als ein zertrümmertes, zerstörtes Leben und Land.

Wally Lamb hat hier ein sehr ergreifendes, wahrheitsgetreues Buch geschrieben, was mir sehr gut gefallen, und mich teilweise auch erschüttert hat. Es lohnt sich auf jeden Fall dieses Buch zu lesen.
Emma.
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8

Freitag, 23. Januar 2009, 01:33

Neun Jahre, die Wally Lamb an seinem neuen Buch "Die Stunde, in der ich zu glauben begann" geschrieben habe. Eine lange Zeit, aber wenn man sich die Themenvielfalt in diesem Buch ansieht, dann ist es absolut verständlich, dass es gedauert hat. Neun Jahre, in denen viel passiert ist. Lamb hat in sein Buch das aktuelle Geschehen der letzten Jahre ebenso einfließen lassen wie viele andere geschichtliche Aspekte.

In "Die Stunde, in der ich zu glauben begann" geht es um das Leben von Caelum Quirk und seine Frau Maureen und deren Schicksalsschläge. Und das sind nicht wenige. Angefangen bei einer Trennung der beiden, anschließender Versöhnung, dem Massaker an der Columbine Highschool in Littleton, Drogen- und Alkoholsucht, einem Autounfall mit Todesfolge und noch einigem mehr.
Zusätzlich zum eigentlichen Geschehen erfahren wir auch viel über das Leben von Caelum als Kind und Jugendlicher und besonders auch über seine Familie, den Quirks, von denen er der letzte Abkömmling ist.

Wenn man dies liest, dann könnte man meinen, dass sich der Autor ein wenig zu viel vorgenommen hat mit dieser Geschichte.
Zugegeben, zunächst fühlte ich mich auch ein wenig erschlagen vom Umfang des Buches, immerhin hat es über 700 Seiten, und den sehr umfangreichen Rückblenden in die Vergangenheit der Quirk-Familie. Allerdings war das gesamte Buch durchgehend sehr fesselnd und bewegend.
Wally Lambs Art Geschichten zu erzählen ist einfach brillant. Er versteht es den Leser so in seinen Roman hinein zu ziehen, dass man automatisch mit leidet, auch wenn einem die Hauptprotagonisten nicht einmal sehr sympathisch sind.
Und auch wenn die Masse an wirklich schrecklichen Ereignissen im Leben von Maureen und Caelum beinahe unwirklich scheinen, hat man jedoch nicht das Gefühl, als wäre der ganze Ablauf unwirklich. Im Gegenteil, nach Beendigung des Buches hatte ich eher den Eindruck das Leben eines Menschen miterlebt zu haben, der viele Schicksalsschläge überstanden hat.

Die Art zwischendurch immer wieder die Perspektive zu ändern und aus der Sicht von diversen Personen zu schreiben, teils auch in Briefform oder Zeitungsberichten, lockerte das ganze Buch teils sehr auf und wirkte erfrischend.
Durch den Bezug auf reale Geschehnisse, an die sich jeder Mensch noch erinnern kann (Columbine, Katrina etc.) wirkte das Buch auch noch einmal mehr fesselnd und die Geschichte realer.

Für mich war "Die Stunde, in der ich zu glauben begann" ein wirklich großartiges Buch, auch wenn ich den Titel nicht wirklich aussagekräftig genug finde und mir das Buch schon anhand des Titels wohl nie selbst gekauft hätte. Es erweckte in mir einfach den Eindruck, als würde es zu sehr in eine religiöse Sparte rutschen, die einfach jeder Mensch für sich selbst entdecken muss und in die man nicht "rutschen" kann. Aber so war es gar nicht. Natürlich kann der eine oder andere für sich sicherlich auch religiöse Aspekte rauslesen, aber es wird einen nicht aufgezwungen.
Ich würde das Buch auf jeden Fall jedem weiter empfehlen, der sich gerne auf ausführliche Geschichten einlässt.
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9

Samstag, 24. Januar 2009, 21:06

Neun Komma acht auf der Richterskala unserer Herzen und unserer Seele /Zitat S.224

Der Autor erzählt über den Amoklauf an der Columbine Highschool im April 1999. Er stellt uns die Attentäter und die Opfer vor, nennt sie mit ihren Namen.
Zuerst erzählt der Protagonist Caelum über seine bereits dritte Ehe, die fast gescheitert wäre. Aber er und seine Frau Maureen wagen ein Neubeginn und ziehen nach Littleton um. Dort finden sie beide Arbeit an der Columbine Highschool und es scheint, dass sie es schaffen würden.

Aber dann passiert das Unfassbare: ein Blutbad an der Highschool von zwei Mitschülern verrichtet. Versteckt in einem Schrank wird Maureen zur Zeugin vom Massaker und in dieser Stunde lernt sie das Beten wieder. Caelum erfährt die Schreckensnachricht
in Three Rivers, wo er seiner todkranken Tante Lolly beisteht. Er kehrt nach Hause zurück und sucht verzweifelt am Ort des Geschehens nach Maureen. Obwohl sie beide mit dem Leben davonkommen, werden sie zu Opfern des Anschlages.Maureen wird trotz Medikamenten und Therapien depressiv und bleibt, geplagt von immer wieder kehrenden Flashbacks, traumatisiert. Caelum versucht mit allen Kräften ihr zu helfen und braucht schließlich selber psychologische Unterstützung. Er erzählt:

Zitat

an jenem Tag war Maureen der Exekution entgangen, indem sie eine Schranktür geöffnet hatte und in ein Labyrinth eingetreten war..... Und weil ich nicht in der Lage war, die dort rauszuholen - denn auch ich hatte mich mittlerweile in diesem Labyrinth verirrt - blieb mir nichts anderes übrig als das Zentrum des Irrgartens zu finden.... (S.325)
Um den quälenden Erinnerungen zu entfliehen, ziehen sie in das von Tante Lolly geerbte Haus in Three Rivers um und versuchen ihr Leben in Griff zu bekommen. Bis Maureen unter dem Medekamenteneinfluss einen tödlichen Unfall verursacht und ins Gefängnis muss. Es ist das Gefängnis, das Caelums Großmutter Lydia vor knapp hundert Jahren gegründet hat.

In dem Haus findet Caelum Briefe und Dokumente, aus denen er die Wahrheit über seine Herkunft erfährt. Die Geschichte der Familie Quirks lässt uns den Einblick in das 19.Jahrhundert gewähren. Spannend erzählt der Autor über die damalige Gesellschaft, die Verhältnisse in Gefängnissen, über die Gründung des ersten Frauengefängnisses und über Mark Twain und seine Familie.

Der Autor knüpft auch an solche verheerende Geschehnisse wie der 11.September, der Krieg im Irak, der Hurrikan Katrina, Menschenrechte, Sklaverei und der Bürgerkrieg. Überall gab es Toten und Überlebenden, Attentäter und Opfer, Chaos, Irrgärten, Minotauromachie. Sehr erwähnenswert ist die Personen des Studenten Ozzie, der den Amokläufer Kareem lächerlich gemacht hat. Caelum erzählt, dass Ozzie

Zitat

"zu einem zwar traurigeren, aber auch klügeren Erwachsenen gereift zu sein" /Zitat S.693
schien. Genauso wie wir nach dieser Lektüre, die uns wachrüttelt, daamit wir nicht mehr passiv und

Zitat

"ahnungslos am Rand des Chaos" /Zitat S.592
leben.

Man muss dieses Buch unbedingt :study: :!: Es löst in uns viele Gefühle aus, wir leiden mit den Opfern und weinen zusammen mit den Eltern um die umgebrachten Kinder. Diese Lektüre berührt unseren Herzen und Seele und gibt uns die Hoffnung, "dass
Liebe stärker ist als Hass". :love:

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Bartie« (24. Januar 2009, 21:44)

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Beiträge: 23

Bevorzugte(s) Bücher-Genre: Krimis, Thriller

10

Mittwoch, 11. Februar 2009, 15:59

Wally Lamb: Die Stunde, in der ich zu glauben begann

Wer sucht was er wünscht, findet das, was er braucht


Inhalt:

Caelum & Maureen sind seit Jahren - mal mehr und mal weniger glücklich - verheiratet und arbeiten beide an der Columbine Highschool. Caelum ist dort Lehrer, während Maureen eine Teilzeitstelle als Krankenschwester hat.
An einem Tag im April ändert sich ihr Leben für immer, zwei Schüler zünden Bomben an der Schule und erschießen mehrere Schüler und einen Lehrer. Maureen hält sich die ganze Zeit über in der Schule auf, versteckt in einem Schrank, Caelum ist aus familiären Gründen unterwegs. Maureen überlebt, doch sie ist nicht mehr dieselbe. Sie hat Angst, ist wütend, macht sich Vorwürfe, ist völlig traumatisiert und wird süchtig. Das Ehepaar beschließt umzuziehen, denn gerade hat Caelum die Farm seiner Tante Lolly in Connecticut geerbt. Tatsächlich geht es Maureen nach weiteren Rückschlägen irgendwann besser und sie beginnt wieder als Krankenschwester zu arbeiten. Doch die Panik lässt sie nicht los, bei jedem Vorfall wird Maureen zittrig und beginnt schließlich sich Beruhigungsmittel zu spritzen. Eines Abends fährt sie unter Medikamenteneinfluss einen jungen Mann tot und wird zu 5 Jahren Gefängnis verurteilt.
Caelum bleibt alleine zurück und bald tauchen Unterlagen seiner Vorfahren auf, er begibt sich auf deren Fährte und entdeckt beeindruckendes und erschreckendes zugleich.
Wird es Caelum gelingen sein Leben wieder lebenswert zu leben?

Meine Meinung:

Die Covergestaltung des Romanes ist auf den ersten Blick wenig aussagekräftig, doch nach dem Lesen passt sie bestens zum Inhalt. Wie der Mann auf dem Cover dreht Caelum seiner Vergangenheit den Rücken zu und wirkt desinteressiert und gleichgültig. Doch je mehr er über seine Familie erfährt, desto interessierter und faszinierter wird er.

Wer denkt, dass es nur um den Amoklauf an der Columbine High geht, liegt völlig falsch. Auch die Religion hat immer nur wieder kurze Auftritte und bestimmt das Buch keineswegs.
Das Buch enthält die Geschichte eines starken Mannes, der durch Freundschaft, Liebe, Religion - aber auch Angst, Unverständnis und Hass, etwas findet, an das er glauben kann.

Das Geschehen wird aus Sicht von Caelum in der Ich-Form geschildert.
Die Sprache ist ehrlich, offen, modern und vorantreibend, aber situationsbedingt auch mal derb, mitfühlend und emotional.
Sie zieht den Leser ins Geschehen und wirkt sehr natürlich und angepasst.

Die Protagonisten sind sympathisch und bis ins kleinste Detail ausgearbeitet. Ihre Vergangenheit ist eng mit ihren jetzigen Handlungsweisen verknüpft. Ihr Gefühlsleben ist glaubhaft und nachvollziehbar, ihr Handeln so durchaus verständlich.

Die Handlung allerdings ist leicht überladen, irgendwie wirkt es doch etwas zweifelhaft, das ein und dieselbe Person so viele negative Erlebnisse haben kann.
Allerdings enthält der Roman auch 750 Seiten in denen natürlich etwas passieren muss, um den Roman nicht langweilig oder langatmig werden zu lassen. Viele Rückblenden, Zeitungsartikel, Tagebuchauszüge & Briefe aus dem 19. Jahrhundert... sorgen immer wieder für den nötigen Schwung und für Abwechslung im Verlauf der Geschichte.
Teils ist es zwar etwas schwer die Zusammenhänge zu erkennen, aber kurz darauf wird auch alles wieder aufgeklärt und am Ende hat man ein fertiges Puzzle, in dem jedes Teil bestens passt.
Der Roman umfasst einen Zeitraum von mehreren Jahren, so dass die Entwicklung der Protagonisten genau verfolgt werden kann.

Fazit:

Ein überzeugender Roman, der sicherlich auch ohne den ein oder anderen Schicksalsschlag ausgekommen wäre.
Ein Buch, dem es weder an Spannung, noch an Gefühl fehlt und das Mut macht und zeigt, dass jeder Rückschlag nur noch mehr Kraft gibt, um das zu suchen (und zu finden), was man wirklich braucht.
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11

Mittwoch, 11. Februar 2009, 16:05

I think of myself as an intelligent, sensitive human being with the soul of a clown which always forces me to blow it at the most important moments.
Jim Morrison
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12

Mittwoch, 11. Februar 2009, 16:30

Ich glaube, das ist Keksigirl egal... :-#
:study: Jonathan Littell: Die Wohlgesinnten
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13

Mittwoch, 11. Februar 2009, 16:42

Wally Lamb - Die Stunde, in der ich zu glauben begann
Suchfunktion lohnt sich.


Seh ich auch so... :thumleft:

Ich glaube, das ist Keksigirl egal...


Und nicht nur ihr... :-#

Ich füge dann (mal wieder) die Threads zusammen! :wink:
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14

Samstag, 14. Februar 2009, 16:55

Ich werde blass :pale: , wollte das Buch gerade bestellen u lese es erscheint erst im März! Wieso habt ihr es denn alle schon gelesen? Bin ich von vorgestern? :scratch:
"Wie wenig du gelesen hast, wie wenig du kennst - aber vom Zufall des Gelesenen hängt es ab, was du bist." Elias Canetti
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15

Samstag, 14. Februar 2009, 17:28

Ich werde blass :pale: , wollte das Buch gerade bestellen u lese es erscheint erst im März! Wieso habt ihr es denn alle schon gelesen? Bin ich von vorgestern? :scratch:
Das Buch wurde bei Vorablesen verlost. lg :winken:
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16

Samstag, 14. Februar 2009, 17:57

Das Buch wurde bei Vorablesen verlost. lg :winken:
oh, ach so! Glaubte schon an Raumzeitverschiebung....! :-s
Da muss Cheriechen wohl noch ein paar Tage durchhalten... :bounce:

:winken:
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Mittwoch, 18. Februar 2009, 22:51

Jetzt habt ihr mich echt neugierig gemacht, glaube ich werd mir das Buch sobald es dann erscheint mal näher in Augenschein nehmen. :loool:
Wörter füllten die Nacht wie der Duft unsichtbarer Blüten.:flower:
(Cornelia Funke)
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18

Donnerstag, 12. März 2009, 16:35

Mein Gott :shock: ich hatte vorgestern mit dem Buch begonnen, es verschlingt sich wie die beiden anderen Bücher von Wally Lamb u nun hat der Roman seit gestern wieder so eine grausame Aktualität. Ich MUSS weiterlesen, aber ich muss auch alle Viertelstunde das Buch niederlegen u tief durchatmen... :cry:
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19

Donnerstag, 12. März 2009, 19:48

Heute hatte ich das Buch auch in der Hand. Es hat schon sehr gelockt. Aber erst müssen noch andere Bücher gelesen werden. Aber lesen werde ich es auf jeden Fall.
Liebe Grüße
Karthause

Karthauses Welt

Fliegen kannst du nur gegen den Wind.


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20

Dienstag, 24. März 2009, 15:41

Ich bin fertig!

"Das Leben ist zugleich chaotisch, gewalttätig, verwirrend und hoffnungsvoll."


Als begeisterter Fan von "Die Musik der Wale" und "Früh am Morgen beginnt die Nacht" musste ich dieses Buch sofort haben u bin von der Lektüre noch ganz "erschlagen"...
Den Erzählstil von Wally Lamb finde ich großartig, auch die Art, wie er die Charaktere aufbaut, die so durchs Leben stolpern, so oft scheitern u letztlich doch so viel auf die Reihe kriegen. Auch die Rückblenden in die Vergangenheit u die Verknüpfung mit den Geschehnissen der Gegenwart ist in diesem Buch wieder sehr gelungen u auch weniger langatmig als bei "Früh am Morgen..".
Ich finde es faszinierend, was Lamb alles zum Thema Taumata, "Unmenschlichkeit dem Menschen gegenüber" zusammengetragen hat. Er beginnt in der Gegenwart (Amoklauf an der Columbine Highschool, 9/11, Irakkrieg...), verfolgt den Gedanken weiter in der erdachten Vergangenheit der Ahnen seiner Protagonisten, bis hin zu den griechischen Mythen. Die Chaostheorie, die Bibel, Augustinus und Picasso.., bei jedem sucht er nach Impulsen zum großen Thema Traumatisierung und deren Bewältigung und für mich ist er ein großer Meister darin, wie locker er das alles zu einem großen gehaltvollen Ganzen zusammenfügt.
Den Vorwurf, der hier schon gemacht wurde, das Buch sei überladen, muss sich Lamb, glaube ich, gefallen lassen. Fast jedes Kapitel endet mit einem Paukenschlag u manchmal kann man die ganzen Katastrophen fast nicht mehr verarbeiten. Wie immer ist das Buch trotzdem sehr tröstlich, aber...weniger wäre hier vielleicht mehr gewesen.
Was mich letztlich auch irritiert hat, war, dass die Figuren der anderen Romane hier wieder auftauchen. Anfangs habe ich mich gefreut von Dominick Birdsey, dem überlebenden Zwilling aus "Früh am Morgen beginnt die Nacht" zu hören, ach wie schön, sein Casino läuft gut. Als dann fast alle anderen u am Schluss noch Dolores wieder auftauchten, ohne wirklich tragende Bedeutung für diese Geschichte, war ich ein wenig angenervt. Die beiden ersten Geschichten waren so gut u stimmig u fertig!- warum also? Als Hommage an Oprah Winfrey, in deren Book-Club sie vorgestellt wurden, oder einfach wie bei "Hanni u Nanni" oder bei Ingrid Noll?
Wirklich gebannt war ich von den Symbolen, die in der Geschichte immer wieder auftauchen, den Gottesanbeterinnen u dem Labyrinth z.B.!
Ich liebe seine Sprache, Bspl. "ich hatte mich hinter einem multimedialen Kettenhemd verschanzt, um mich gegen emotionale Attacken von Maureen zu schützen"...
Seine Humor mag ich auch. Es gibt so eine geniale Szene, als er Cher im Autoradio hört "Do you believe in life after love, after love...", wo er glaubt, nach einem Atomkrieg würden sicher nur zwei Lebensformen übrig bleiben, Küchenschaben und Cher!! :loool:
Ganz am Ende greift er sogar den Witz wieder auf und sagt:"...dass ich glaube, dass es ein Leben nach der Liebe gibt und auch, dass es immer noch Liebe gibt, wenn das Leben vorbei ist."

Bewunderswert, aber vielleicht muss man doch AmerikanerIn sein, um diese extreme "Yes, we can"-Haltung in ganzem Umfang nachvollziehen zu können, oder?

Ein absolut lesenswertes Buch - ohne Frage, ich werde auch das, was immer er als nächstes rausbringt, kaufen, aber auch ein wenig Kritik..4,5 :bewertung1von5: , so in etwa

:winken: :study:
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Dann verfasse doch einfach eine eigene Buchvorstellung oder Rezension. In unserem Bücher Forum findet man u.a. Bestseller und manchmal sogar eine entsprechende Leseprobe und Zusammenfassung. Wir freuen uns auf Deinen Besuch!
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