Zum Buch, Amazon
Achtzehn Jahre haben wir nichts von ihm gehört, aber jetzt ist er wieder da: Michael Tolliver, Maupins Held aus sechs Bänden «Stadtgeschichten». Er hat die achtziger Jahre und das große Aids-Sterben glücklich, wenngleich HIV-positiv, überlebt. Alle vier Stunden erinnert ihn ein lustiger elektronischer Pieper an seinen jeweils forschungsaktuellen Medikamentencocktail sowie an seine Sterblichkeit. In Wahrheit aber ist er lebendiger denn je: Er gärtnert für potente Kunden, fühlt sich endlich wohl in seiner Haut und wohnt zufrieden mit dem 25 Jahre jüngeren Ben in einem selbstrenovierten Häuschen. Er ist, wenn man so will, «angekommen». Da ereilt ihn die Nachricht, dass Anna Madrigal einen Herzanfall erlitten hat und im Koma liegt. Und so versammelt sich, wie es scheint, zum letzten Mal, die alte Truppe aus der Barbary Lane um ihre Übermutter ... Maupin war und ist Kult ein Meister darin, die Absurditäten der menschlichen Existenz so zu schildern, dass sich zum Mitgefühl der Spaß gesellt. Nichts ist ihm fremd, am wenigsten die eigene Schwäche. Willkommen zurück in «San Franciscos Lindenstraße!» (Der Spiegel).
Ich möchte dieses Buch vorschlagen, weil Maupin es geschafft hat, nach 18 Jahren diesen tollen 7. Band zu schreiben. Beim lesen fühlte es sich an. als sei man nie weg gewesen. Er geht sehr offen und ehrlich mit aktuellem Geschehen und Tabu-Themen um - 9/11, Tod und Sterben, Patientenverfügung, älter werden, Sterbehilfe und immer wieder AIDS - und ist deshalb mein Roman des Jahres!
Wegen der neuen 3-Jahres-Regelung nehme ich diesen Vorschlag zurück. Das Buch, das mich im letzten Jahr am meisten beeindruckte ist
Die Eismalerin von Kristín Marja Baldursdóttir
In Island wurde es 2004 veröffentlicht, in Deutschland erschien es erstmalig 2006.
Zum Inhalt (Amazon)
Die Witwe Steinunn Olafsdóttir zieht mit ihren sechs Kindern in die kleine Stadt Akureyri im Norden Islands, damit sie dort die Schule besuchen können - auch die Mädchen. Hart sind die Zeiten um 1900, unberechenbar auch die Naturgewalten. Hart ist auch die Arbeit in der Fischfabrik, wo die Frauen wochenlang im Akkord den gefangenen Hering - das Silber des Meeres - einsalzen müssen. Dennoch entdeckt Karitas, die jüngste Tochter, ihr künstlerisches Talent. Ihr größter Wunsch ist es, Malerin zu werden. Doch dann lernt sie den großen, gutaussehenden, grünäugigen Sigmar kennen und lieben, und sie steht vor der folgenschwersten Entscheidung ihres Lebens.
Meine Meinung: (kopiert aus der
Rezi)
Die Geschichte von Karitas und ihrer Familie hat mich von Anfang an in ihren Bann gezogen. Der einzige Grund, warum ich das Buch weggelegt habe war, das mir die Augen zu gefallen sind und beim Besten Willen nicht mehr auf bleiben wollten.
Ich möchte nicht mehr über die Geschichte erzählen, als der Klapptext schon sagt, denn ich glaube, das würde dem Buch die Spannung nehmen. Es ist eine Geschichte von starken Frauen. Unglaublich fesselnd und lebendig geschrieben, spannend und tragisch bis zum Schluss, voll Liebe und Verzweiflung, traurig, lustig.
Der Leser bekommt einen spannenden Einblick in das Leben Islands Anfang des 20. Jahrhunderts. Über die verschiedenen Regionen der Insel, die Menschen, die Landschaft und das Klima.
Ebenfalls wird der Kontrast beschrieben, wie tief gläubig die Menschen damals waren und wie sehr sie trotzdem an mythische Gestalten (wie z. B. Feen oder Wiedergänger) glauben.
Es gibt aber einen Kritikpunkt meinerseits an dem Buch: Ich finde, dass die Übersetzung nicht die Beste ist. Das hat mir (Gott sei Dank) nicht die Geschichte verdorben, aber es gab doch einige Wort-Wiederholungen (besonders das Wort „infrage“) und zum Schluss wurde es ein wenig holprig.
Trotzdem bekommt die Geschichte von mir die volle Punktzahl, weil sie es geschafft hat, mich bei 30 Grad Hitze in diesen kalte und sagenhafte Land zu entführen!!!