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Lehrerkind: Lebenslänglich Pausenhof
von

3.3 bei 10 Bewertungen


Art: Taschenbuch
Verlag: Piper Taschenbuch

ISBN: 9783492272964

Termin: Oktober 2011


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  • "Strandläuferin" started this thread

Posts: 11,445

Bevorzugte(s) Bücher-Genre: Allesleserin

Thanks: 1437

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1

Saturday, October 15th 2011, 9:36pm

Bastian Bielendorfer: Lehrerkind - Lebenslänglich Pausenhof

Der Autor:
Bastian Bielendorfer ist Poetry-Slammer, Studienabbrecher, angehender Psychologe und Lehrerkind. Zusammen mit seiner Freundin versteckt er sich vor den guten Ratschlägen seiner Eltern in Köln. (Informationen von der Verlagsseite)

Klappentext:
Was wird aus einem Menschen, wenn Mama und Papa Lehrer an der eigenen Schule sind – und somit an jedem Tag im Jahr Elternsprechtag ist, die Mitschüler einen zum Daueropfer ernennen und es bei den Bundesjugendspielen nicht einmal für eine Teilnehmerurkunde reicht? Genau: Er wird selbst Lehrer! Mit gnadenloser Selbstironie schildert Bastian Bielendorfer, wie er der pädagogischen Sippenhaft zu entrinnen versucht, und verrät dabei, welch zarte Seele sich unter so manchem grob gehäkelten Mathelehrerpullunder verbirgt.

Inhalt und meine Meinung:
Lehrerkind zu sein, das ist schon eine Herausforderung an sich. Ständig haben die Eltern das Gefühl, ihrem Bildungsauftrag auch zu Hause nachkommen zu müssen – sie geben Kopfnoten, ziehen Bastian beim Scrabble gnadenlos ab und korrigieren seine etwas unbeholfenen ersten Versuche, Briefe zu schreiben. Reisen in einen Robinson-Club sind undenkbar, im Urlaub soll etwas erlebt und gelernt werden, besichtigt, erfahren, und so weiter.
Und das ist längst nicht alles, denn als unsportliches und etwas dickliches Kind hat Bastian es in der Schule schon schwer genug – dass er nun aber auch noch das Kind eines der Lehrer ebendieser Schule ist, macht es nun wirklich nicht gerade einfacher. Bastian ist ein Opfer, ein vermeintlicher Spion fürs Lehrerzimmer – und seine Eltern machen auch nicht davor Halt, in ihrem Unterricht Bemerkungen über ihn zu machen – wie die besonders schmerzhafte, in der Herr Bielendorfer seinen Sohn mit dem Sams oder dem Protagonisten der „Blechtrommel“ vergleicht…
Neben der satirisch überzogenen Abrechung mit seiner Kindheit stellt Bastian Bielendorfer in seinem Buch auch noch verschiedene Lehrertypen vor. Diese Seiten sind interessant, aber da habe ich schon Besseres – und Treffenderes – gelesen, auch wenn ich einige der Klischees durchaus schon kannte – und ich sage bewusst nichts zu ihrem Wahrheitsgehalt.
„Lehrerkind“ hat mich ganz gut unterhalten und an einigen Stellen musste ich wirklich lachen, weil Bielendorfer wirklich eine lustige Art hat, Situationen oder Gedanken wiederzugeben. Dass nicht alles stimmt, liegt auf der Hand, aber das tut dem Ganzen keinen Abbruch. Man darf sich nicht unbedingt an dem Buchtitel orientieren, denn es geht zwar auch um Schule, aber das Familienleben der Bielendorfers steht dabei deutlich im Vordergrund und man erfährt auch, wie es Bielendorfer ergeht, als er endlich das Abitur bestanden hat und sich im Leben einen Beruf – oder eine Berufung – suchen muss. Dass er plötzlich Lehrer werden will, erschreckt seine Eltern irgendwie…
Dass Lehrer eine spezielle Spezies Mensch sind und dass Lehrerkinder dies angeblich auch sind, das zeigt Bielendorfer mehr als deutlich. Die ein oder andere berufsbedingte Macke klingt schon durch und ist ganz witzig zu lesen. Vor allem nimmt Bastian Bielendorfer aber auch sich selbst aufs Korn, nicht unbedingt nur in seiner Eigenschaft als Lehrerkind, sondern als etwas dicklicher und in der Pubertät von Akne gezeichneter Schüler, der von seinen Mitschülerinnen und Mitschülern schnell zum Opfer auserkoren wird und der die Schulzeit nicht gerade als die schönsten seines Lebens hinter sich bringt. So einen Typ Mitschüler wie Bastian Bielendorfer hatten wahrscheinlich die meisten und es ist irgendwie schön, wie er auch mit viel Selbstironie auf diese Zeit und sein pädagogisch wertvolles Aufwachsen zurückblickt.
:bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertungHalb:

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Bevorzugte(s) Bücher-Genre: Wenn ich mich entscheiden muss: Thriller, Krimi, Horror - eigentlich lese ich aber Bücher aus so gut wie jedem Genre :-)

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2

Sunday, October 21st 2012, 10:16pm

Ich lese das Buch im Moment auch und bin jetzt etwa bei der Hälfte angekommen.
Im Großen und Ganzen kann dem Eindruck von Strandläuferin zustimmen, ich fühle mich auch gut unterhalten und kann an einigen Stellen wirklich lachen. Ein schönes kurzweiliges und erheiterndes Buch für zwischendurch - nicht nur für Lehrerkinder oder Lehrereltern.

Die Zwischenkapitel, in denen die verschiedenen Lehrertypen vorgestellt werden finde ich total witzig gemacht, was mich jedoch ärgert ist, dass der Deutschlehrer fehlt - ich werde nämlich nach meinem Studium Deutschlehrerin :wink: .
Liebe Grüße,
JellyBelly
:flower:


"Wings? I don't have wings!"
The Dark Crystal

Posts: 631

Bevorzugte(s) Bücher-Genre: alles, solange mich die erzählte Geschichte anspricht

Thanks: 175

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3

Monday, January 21st 2013, 10:55am

Genau den oben geschilderten Eindruck hatte ich auch von dem Buch.
Es ist unterhaltsam, stellenweise saukomisch, weil Bielendorfer mit seinen Schilderungen oftmals sehr bildhaft wird. Natürlich sind viele Dinge sehr überzeichnet und genauso sicherlich nicht passiert, aber alles passt genau in die Klischee-Schublade, wie man sich den klassischen Lehrer vorstellt. Auch hat mir die erwähnte Selbstironie gefallen, die allerdings auch stark überzeichnet ist und stellenweise schon sehr überzogen auf die Mitleidsschiene gerät. Einige Passagen zogen sich zwar gelegentlich, aber alles in allem ist es ein lustiges Buch für Zwischendurch, mit dem man einige lustige Stunden verbringen kann und dem ich gute :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertungHalb: gebe.

Das alles sage ich einerseits selbst als Lehrerkind der Klasse 1 (ein Elternteil Lehrer, der andere Elternteil hat was richtiges gelernt und geht arbeiten :wink: ), andererseits inzwischen auch selbst an Schule arbeitend und täglich mit den verschiedensten Lehrertypen konfrontiert.
Gerade deshalb ist es sehr witzig, wenn man in bestimmten Wesenszügen oder Äußerungen, die Bielendorfer schildert, direkt eine Verknüpfung zu bestimmten Menschen hat.
"Die wahrhaft menschliche Qualität besteht nicht aus Intelligenz, sondern aus Phantasie." - Terry Pratchett

:study:
"Eine Insel" - Terry Pratchett
"Für 'ne Moment: Autobiografie" - Wolfgang Niedecken
"Das große Hobbit Buch" - J.R.R. Tolkien

:bewertung1von5: 2013: 22 :bewertung1von5:

[-X TauschMUH

Posts: 1,044

Bevorzugte(s) Bücher-Genre: Ich lege mich nicht mehr fest!!

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4

Friday, January 25th 2013, 5:48pm

Ich habe mir das Buch bestellt, nachdem ich den Autor in Berlin bei einer Lesung im Rahmen eines Festaktes für Lehrerinnen und Leser erlebt hatte:
Nach etlichen gewichtigen Reden waren wir alle so ein wenig eingeduselt u dann kam er!
Gesegnet, wer wasserfesten Mascara hatte! Live war das unglaublich gut u schlagartig waren wir alle wieder wach!! :totlach:
Beim Buch musste ich auch einige Male laut lachen.
Einiges wiederholt sich dann, aber was solls. Gute Unterhaltung für zwischendurch!
"Wie wenig du gelesen hast, wie wenig du kennst - aber vom Zufall des Gelesenen hängt es ab, was du bist." Elias Canetti

Posts: 249

Bevorzugte(s) Bücher-Genre: Queerbeet-Historische Romane interessieren mich nicht so, ansonsten bin ich "offen"

Thanks: 31

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5

Saturday, April 13th 2013, 5:22pm

Endlich habe ich dieses Buch auch gelesen und habe es nicht bereut !!!

Ich habe selten so gelacht!! Ich finde das Buch sehr empfehlenswert und vergebe :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertungHalb:
Liebe Grüße von TESSA :twisted:

:study: Catherine Robertson: Das nicht ganz perfekte Leben der Mrs. Lawrence :study:


:cat: 2013: 39 gelesene Bücher, 6 abgebrochen,(SuB: 80 ) :cat:

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